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Fußball-Bundesliga: Schmusekurs vor dem Spitzenspiel

Vor dem Topspiel in der Fußball-Bundesliga zwischen Leverkusen und dem HSV üben sich alle Beteiligten in gegenseitigem Respekt. Vor allem Hamburgs Trainer Labbadia lobt die Entwicklung beim Ex-Club über den grünen Klee. Dabei war man vor Monaten im Streit auseinandergegangen.

Schmusekurs statt Rivalität: Vor dem Bundesliga-Spitzenspiel gegen seinen alten Verein Bayer Leverkusen kommt kein negatives Wort über die Lippen von HSV-Trainer Bruno Labbadia. "Ich traue Leverkusen eine konstante Situation bis zum Schluss zu und finde es klasse, dass wir uns auf diesem Niveau treffen", sagte Labbadia vor der Partie Zweiter gegen Erster (Samstag ab 18.30 Uhr im stern.de-Liveticker). Auch für Nachfolger Jupp Heynckes hat er nur lobende Worte übrig: "Es ist ein Qualitätsmerkmal, wenn jemand sich so lange auf so einem Niveau hält."

HSV kämpft mit vielen Ausfällen

Dass er diese Qualität auch besitzt, will der 43 Jahre alte Wandervogel an der Elbe beweisen. Am Samstag könnte er den HSV- Startrekord von Thomas Doll einstellen, der 2005 am neunten Spieltag die erste Niederlage einstecken musste. "Es kommt auf die Tagesform an, beide haben hohe Qualität, was das Fußballerische betrifft", sagt er, obwohl die Hanseaten durch die Ausfälle von Mladen Petric und Paolo Guerrero in der Offensive geschwächt sind.

"Wir diskutieren da nicht mehr drüber, wir müssen die Situation so annehmen und alle ein Stück zusammenrücken", beschwört Labbadia sein Umfeld. Ob er ohne seinen Paradesturm mit Marcus Berg als alleinigem Angreifer plant oder ihm den schnellen Flügelspieler Eljero Elia gegen die beste Abwehr der Liga (fünf Gegentore) zur Seite stellt, wollte er nicht preisgeben. Gegen Bayer hat der HSV die vergangenen sechs Spiele (vier Siege, zwei Unentschieden) nicht verloren.

"Leverkusen und der HSV stehen zu Recht da oben"

"Leverkusen und der HSV stehen zu Recht da oben, weil sie attraktiven Angriffsfußball bieten", sagt Heynckes, der eine Begegnung "mit hohem Tempo und hoher fußballerischer Qualität" erwartet. Das Wiedersehen der Bayer-Profis mit ihrem ehemaligen Trainer spielt bei Heynckes keine Rolle. "Das ist nur etwas für die Medien. Bei uns war das noch nie ein Thema", sagte der 64-Jährige. Dem pflichtet Simon Rolfes bei: "Keiner von uns fährt nach Hamburg, um irgendjemandem irgendetwas zu beweisen."

Aus dem Absturz in der Rückrunde der vergangenen Spielzeit will man beim Werksclub gelernt haben. "Die Mannschaft ist reifer geworden, sie hat viel Kritik einstecken müssen", sagte Heynckes, der mit den Zugängen Sami Hyypiä und Eren Derdiyok sehr zufrieden ist. Die Mannschaft habe zuletzt gezeigt, dass sie auch Rückstände aufholen könne.

Personelle Probleme stellen sich Heynckes nicht. Toni Kroos wird nach seiner glänzenden Vorstellung beim 4:0 gegen den 1. FC Nürnberg wieder in der Startaufstellung erwartet. In diesem Fall müsste Renato Augusto mit einem Platz auf der Ersatzbank vorlieb nehmen. Bayer siegte in dieser Spielzeit auswärts schon dreimal. Der HSV gewann alle vier Heimspiele. Sollte Leverkusen auch in Hamburg keinen Gegentreffer kassieren, wäre dies ein eingestellter Vereinsrekord.

Von Britta Körber/DPA / DPA

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