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International Barcelona wehrt den Angriff von Real souverän ab


Mit dem Selbstbewusstsein der vergangenen Wochen und dem frühen Tor im Rücken lag der Clásico-Erfolg für Real Madrid auf dem Silbertablett, doch ein "kaiserlicher" FC Barcelona schlug eindrucksvoll zurück.

Selbst das stärkste Real Madrid der letzten Jahre ist zu schwach: Die "Königlichen" haben die Vorherrschaft des FC Barcelona im spanischen Fußball nicht brechen können. "Barça ist einfach besser. Das ist die reine Wahrheit", räumte die Madrider Sportzeitung "As" nach dem 3:1-Sieg der Katalanen im "Clásico" im Bernabéu-Stadion ein. Das Konkurrenzblatt "Marca" verlieh dem FC Barcelona das Prädikat "kaiserlich".

Dabei hatten die Madrilenen im Spiel gegen den Erzrivalen alle Trümpfe in der Hand: Sie hatten zuvor 15 Pflichtspiele hintereinander gewonnen und damit den 51 Jahre alten Rekord der Elf um die Fußball-Legende Alfredo di Stéfano eingestellt; ihnen bot sich als Tabellenführer die Chance, mit einem Sieg die Weichen zum Titelgewinn zu stellen. Damit nicht genug: Nur 22 Sekunden nach dem Anpfiff der Partie gegen Barça lagen die Platzherren mit 1:0 in Führung. Karim Benzema hatte nach einem Abspielfehler von Torwart Víctor Valdés den schnellsten Treffer in der Geschichte der "Clásicos" erzielt.

Guardiola bleibt das Schreckgespenst

All dies sollte den Madrilenen jedoch wenig nützen. Lionel Messi bereitete noch vor der Pause den Ausgleich durch Alexis Sánchez (30.) vor. Xavi (53.) und Cesc Fàbregas (66.) erzielten die Siegtreffer für die Katalanen, die seit dem Amtsantritt von Trainer Josep Guardiola vor gut drei Jahren in der Liga keinen Klassiker verloren und gegen Real eine stolze Bilanz von sechs Siegen und einem Remis bei 20:4 Toren aufweisen.

Real-Trainer José Mourinho tröstete sich damit, dass seine Elf punktgleich mit Barça auf dem 2. Platz rangiert und ein Spiel weniger ausgetragen hat. "Wenn wir am kommenden Wochenende beim FC Sevilla punkten, können wir als Tabellenführer Weihnachten feiern", sagte der Portugiese. Die Niederlage führte er auf Pech zurück: "Das Glück gab den Ausschlag." Damit dürfte Mourinho die beiden Torchancen gemeint haben, die sein Landsmann Cristiano Ronaldo vergab.

Der teuerste Fußballer der Welt scheint davon besessen zu sein, die Nummer eins in der Welt zu werden. Daher verkrampft er jedes Mal, wenn er auf den Rivalen Messi trifft. Ganz anders der Argentinier: Der Weltfußballer des Jahres 2010 zeigte eine gute Partie, auch wenn er ebenso wie Ronaldo ohne Treffer blieb.

Özil überzeugt nur läuferisch

Bundestrainer Joachim Löw dürfte auf der Tribüne nicht allzu viele neue Erkenntnisse gewonnen haben. Mesut Özil stand bei Real zwar überraschend in der Startelf und absolvierte ein großes Laufpensum, trug aber wenig zum Spielaufbau bei und wurde nach 58 Minuten ausgewechselt. Sami Khedira begann die Partie auf der Ersatzbank und kam erst ins Spiel, als Real kaum noch etwas gegen Barça auszurichten hatte.

Die überlegene Art und Weise, mit der die Katalanen den Erfolg herausspielten, versetzte den Hoffnungen der Madrilenen einen herben Dämpfer. Die Real-Fans waren ins Stadion geströmt mit der Überzeugung: "In dieser Saison werden wir es packen." Nach dem Schlusspfiff war die Stimmung in Pessimismus umgeschlagen und es herrschte, wie "As" beobachtete, der Eindruck vor: "Diesmal wird es wohl wieder nichts werden." Barça gewann die Titel der vergangenen drei Jahre. "Barcelona stürmte das Bernabéu-Stadion, als wäre es eine Schokoladen-Burg", schrieb die Zeitung "El Mundo". "Die alte Ordnung im spanischen Fußball bleibt bestehen."

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