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International Juve schlägt Inter, Milan dreht Spiel


Milan ist froh, dass sie Zlatan Ibrahimovic haben und Juve könnte trotz des 2:0-Sieges im Derby d'Italia einen wie ihn gut gebrauchen. Der Schwede war am 29. Spieltag der Serie A mal wieder in aller Munde.

An Zlatan Ibrahimovic scheiden sich die Geister. Wegen seines zugegeben oftmals extrem arroganten Auftretens ist er für viele ein regelrechtes Hassobjekt, was oftmals wohl eine objektive Einschätzung seiner sportlichen Leistungen verhindert. Doch die sind wie oft genug Extraklasse und machten ihn eindeutig zum Held dieses Serie A-Wochenendes.

Denn es war Ibrahimovic, der dem 29. Spieltag in Italien seinen Stempel aufdrückte. Für Milan stellte er beim 2:1-Sieg gegen die Roma seine Klasse unter Beweis und war der Garant für die untermauerte Tabellenführung. Verfolger Juve stellte trotz des 2:0-Sieges gegen Inter dagegen unter Beweis, dass ihnen zum ganz großen Wurf genau so ein Spieler fehlt – ein richtiger Torjäger, der ein Spiel zur Not auch mal im Alleingang entscheiden kann.

"Milan hat einen Spieler von besonderer Qualität und wir wissen alle, wer er ist und was er macht", erklärte Roma-Coach Luis Enrique auf tuttosport.com nach der 1:2-Niederlage seiner Roma bei Milan und meinte Zlatan Ibrahimovic. Wieder einmal war der Schwede der entscheidende Mann für Mailand gewesen, hatte mit seinem Toren das Spiel nach dem Rückstand durch Pablo Osvaldo (44.) noch zu Gunsten der Rossoneri drehen können.

Ibrahimovic jagt seinen eigenen Tor-Rekord

Sieben Tore hatte Ibra insgesamt in den letzten vier Ligaspielen erzielen können, drei gegen Parma, jeweils einen gegen Lecce und Parma sowie jetzt den Doppelpack gegen Roma (53. per Foulelfmeter/ 83.), durch den er seine Gesamtausbeute in dieser Saison auf 22 Treffer in 23 Spielen schraubte – acht mehr als in der gesamten letzten Saison und nur sieben weniger als in seiner besten Saison bei Inter. In der Spielzeit 2008/09 hatte er für die Nerazzurri 29 Mal getroffen.

Ibrahimovic ist der Mann, der für Milan in der Liga derzeit den Unterschied macht. Denn er trifft nicht nur regelmäßig, sondern vor allem auch dann, wenn er eigentlich nicht seinen besten Tag erwischt oder sich wie im Duell mit der Roma mit körperlichen Problemen herumschlägt. In den Tagen vor dem Spiel mit den Giallorossi hatte er nämlich noch über Rückenschmerzen geklagt.

Doch während der 90 Minuten bereiteten sie zumindest keine sichtbaren Probleme. "Im Spiel durchschießt einfach zuviel Adrenalin deinen Körper, da denkt man über so etwas gar nicht nach", erklärte Ibrahimovic gegenüber dem Milan Channel. Wohl dem, der einen Ibra hat.

Juve: Stürmer vergeben dickste Chancen, Del Piero trifft

Den hat Juventus Turin jedenfalls nicht. Ein Grund, warum die Alte Dame in dieser Saison so viele Remis geholt hat? Mit Sicherheit, befand auch kürzlich Juve-Boss Beppe Marotto bei Sky Sport Italia: "Uns fehlen die Stürmertore" - und wohl auch ein Typ wie Ibrahimovic. Dieses Manko zeigte sich trotz des souveränen 2:0-Sieges erneut auch im Heimspiel gegen Inter, bei dem Trainer Antonio Conte - unzufrieden mit seinen Stürmern - wieder einmal sein gesamtes Angriffskontingent durchwechselte.

Juve hatte vor allem zu Beginn deutlich mehr vom Spiel gehabt, doch Alessandro Matri und Mirko Vucinic vergaben im Strafraum jeweils zwei dicke Chancen, bereits früh in Führung zu gehen. So konnte Inter das Spiel in der Folge auf Augenhöhe gestalten, ließ durch Diego Milito und Diego Forlan aber ebenfalls gute Möglichkeiten liegen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte ersetzte Trainer Antonio Conte dann Matri durch Alessandro Del Piero und Simone Pepe durch Leonardo Bonucci. Das 1:0 erzielte aber erneut kein Stürmer, sondern nach einer Ecke von Andrea Pirlo der aufgerückte Rechtsverteidiger Martin Caceres (57.) per Kopf. Danach scheiterte Vucinic mit einer Hundertprozentigen an einer tollen Fußabwehr von Julio Cesar, ehe Del Piero (71.) mit dem 2:0 alles klar machte. Für den scheidenden Altstar war es allerdings auch erst der erste Saisontreffer in der Serie A.

Der enttäuschende Vucinic musste dann dem nächsten Stürmer weichen. Fabio Quagliarella kam für die Schlussviertelstunde, verpasste allerdings eine Großchance, weil Maicon in höchster Not auf der Linie klären konnte. Kurz vor Schluss rettet Cesar dann noch einmal gegen den aufgerückten Girogio Chiellini. Juve bleibt mit vier Punkten Rückstand allerdings Milan auf den Fersen und darf sich noch kleine Chancen auf den Scudetto ausrechnen, auch wenn die Mailänder aufgrund des Vorsprungs, des Restprogramms und natürlich wegen Ibrahimovic sicherlich favorisiert sind. Aber Juventus bleibt damit weiter ungeschlagen.

Lazio vergrößert Vorsprung auf Napoli

Apropos fehlender Torjäger... Der fehlte bei Lazio Roma auch. Ohne Miroslav Klose hatten sich die Laziali dann auch gegen Cagliari entsprechend schwer getan und brachten den 1:0-Heimsieg erst kurz vor Schluss unter Dach und Fach. Ohne Torjäger sprang Verteidiger Modibo Diakite (85.) in die Bresche und wuchtete einen Cristian Ledesma-Freistoß zum Siegtreffer in die Maschen. Der wichtige Dreier brachte Lazio der Champions League-Qualifikation einen deutlichen Schritt näher.

Mit 51 Punkten liegt der Club jetzt drei Zähler vor Napoli (48.), das trotz eines 2:0-Vorsprungs gegen Catania nicht über ein 2:2 hinauskam. Die Führung durch Blerim Dzemaili (61.) und Edinson Cavani (67.) glichen Nicolas Spolli (75.) und Davide Lanzafame (85.) nach Eckbällen noch aus. Napoli-Coach Walter Mazzarri brachte das auf die Palme. "Wir können doch nicht immer die gleichen Tore zulassen", schimpfte er laut football-italia.net. "Bei Standards machen wir immer wieder Deckungsfehler."

Malte Asmus

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