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International: Kuranyi glaubt mit Dinamo Moskau an Titel und EM

Kevin Kuranyi startet mit Dinamo Moskau und leiser EM-Hoffnung in die Meisterschaftsrunde der russischen Premier Liga. Mit dabei sind jede Menge prominente und kostspielige Neuzugänge, sowie ein Trainer-Urgestein.

Als letzte der europäischen Topligen startet die russische Premier Liga kommendes Wochenende ins Jahr 2012. Mit dabei ist Kevin Kuranyi, der mit seinem Verein Dinamo Moskau in der Meisterschaftsrunde noch um den Titel kämpft.

"Auf Platz eins ist der Rückstand schon groß - aber eine kleine Hoffnung bleibt", sagte Kuranyi. Derzeit liegt Dinamo sieben Punkte hinter Titelverteidiger Zenit St. Petersburg auf Rang drei. Aber noch sind zwölf Partien zu spielen.

"Wie ein Saisonstart" für Kuranyi

Um künftig international konkurrenzfähiger zu sein, wurde der Spielplan der Premier Liga in dieser Saison an den der anderen europäischen Ligen angepasst und endet im Mai. Bisher wurde stets zwischen März und November gespielt. Ein Nachteil ist dabei die lange Spielpause seit Anfang Dezember. "Es fühlt sich nach der langen Pause und der langen Vorbereitung an wie ein Saisonstart", meint auch Kuranyi.

Um noch vorne anzugreifen hat sich Dinamo Moskau in der Winterpause kräftig verstärkt und dabei vor allem in russischen Gefilden gewildert. Der 25-jährige Ungar Balázs Dzsudzsák kam für satte 19 Millionen vom Liga-Rivalen Anzhi Makhachkala und war damit der teuerste Winterzugang in Europa.

Der Ecuadorianer Christian Noboa ist nur ein Jahr älter und kam für acht Millionen Euro von Rubin Kazan. "Unsere Mannschaft hat das Potenzial, noch viel zu erreichen", sagte Kuranyi, der in der regulären Saison immerhin 10 Tore erzielte.

Legionäre kehren in die Premier Liga zurück

Doch auch die Konkurrenz war nicht untätig. Mit Andrey Arshavin (Arsenal London), Diniyar Bilyaletdinov (FC Everton zu Spartak Moskau) und Roman Pavlyuchenko (Tottenham Hotspur zu Lokomotive Moskau) kehren gleich drei russische Auswahlspieler aus England in die heimische Premier Liga zurück, um Spielpraxis vor der anstehenden EM zu sammeln. Arshavin kehrt zunächst auf Leihbasis zu Zenit St. Petersburg zurück, von wo er 2009 zu Arsenal London gewechselt war.

Den spektakulärsten Wechsel des Winters gab es jedoch auf der Trainerposition. Guus Hiddink, der seit seiner Zeit als Nationaltrainer in Russland hohes Ansehen genießt, wird künftig Samuel Eto'o und seine Teamkollegen trainieren. Hiddink löst den Russen Yuri Krasnozhan als Trainer von Anzhi Makhachkala ab.

Samba als 14-Millionen-Präsent für Hiddink

Als Willkommensgeschenk erhielt Hiddink von Präsident und Milliardär Sulejman Kerimov bereits den ehemaligen Herthaner Christopher Samba von den Blackburn Rovers für rund 14 Millionen Euro.

Anzhi ist derzeit siebter der Premier Liga und am nächsten Spieltag erster Gegner für Kevin Kuranyi und Dinamo Moskau. "Das ist ein ganz schwerer Brocken", sagt Kuranyi. "Aber wir wollen natürlich mit einem Sieg starten."

Voronin und Misimovic unterstützen Kuranyi

Unterstützt wird Kuranyi dabei von den ehemaligen Bundesliga-Profis Andriy Voronin (ehemals Mainz 05, Bayer Leverkusen und Hertha BSC) und Zvjezdan Misimovic (ehemals VfL Wolfsburg). Während Voronin sich bereits als feste Größe bei Dinamo etabliert hat, sucht Misimovic noch seine Form aus Wolfsburger Zeit.

"Er ist ein Spieler mit hoher Qualität und davon können wir nicht genug haben", glaubt Kuranyi. "Zvjezdan hat außerdem das Zeug, sich hier durchzusetzen."

Kuranyi mit leiser EM-Hoffnung

Kuranyi selbst hat derweil die leise Hoffnung auf eine EM-Teilnahme noch nicht ganz aufgegeben. "Man soll die Hoffnung ja nie aufgeben. Und wer weiß, wenn ich mit Dinamo gut in die Meisterrunde starte“, sagt er gegenüber Sport Bild. Die Probleme mit Löw seien ebenfalls ausgeräumt. "Mit dem Bundestrainer habe ich keinerlei Probleme mehr. Wir haben die Ungereimtheiten bereits vor Monaten in einem netten und persönlichen Telefonat beseitigt“, so Kuranyi.

Assistenz-Trainer Hansi Flick erteilte den Ambitionen Kuranyis jedoch eine klare Absage. "Kuranyi ist bei uns kein Thema", sagte Flick auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Frankreich. Kuranyi ist jedoch ein Kämpfer und die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

sportal.de / sportal

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