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International Manchester Derby - United verliert gegen City 1 -6


Manchester City hat ausgerechnet beim Lokalrivalen United eine Demonstration der Stärke abgeliefert. Im Old Trafford düpierten die Citizens vor zunächst 75.000 Zuschauern – von denen sich einige Anhänger des Heimteams ob der Gästeüberlegenheit bereits frühzeitig verabschiedeten – den Meister mit 6:1.

Für die Besitzer von Manchester City dürfte diese Partie die endgültige Bestätigung ihrer Transferpolitik gewesen sein: Bei Manchester United gewannen die Cititzens vor ausverkauftem Haus mit 6:1 und übernahmen so vorerst die Tabellenführung in der Premier League vor dem Lokalrivalen.

Mario Balotelli (22. Minute/59.), Sergio Agüero (60.), Edin Dzeko (89./93) und David Silva (90.) sorgten dabei für die Treffer, Darren Fletchers Anschluss (81.) blieb dadurch am Ende nur Ergebniskosmetik. Zudem sah aufseiten Uniteds auch noch Jonny Evans die Rote Karte wegen einer Notbremse (47.)

"Warum immer ich?"

Würde es für Ballbesitz Punkte geben, hätte United besonders in den ersten zehn Minuten jubeln können – doch auch für Spielanteile von 75 Prozent kann man sich nichts kaufen, besonders, wenn der Lokalrivale nach 22 Minuten in Führung geht.

Und diese hatte sich zumindest die Hintermannschaft der Red Devils selbst zuzuschreiben. David Silva setzte zunächst James Milner auf der linken Seite ein, der passte schräg zurück vor den Strafraum der Citizens. Dort nahm Mario Balotelli das Spielgerät dankbar auf und setzte es unhaltbar für David de Gea in die rechte, untere Ecke. "Warum immer ich“, fragte der Torschütze anschließend per T-Shirt – dies hätte man gut und gerne auch United-Verteidiger Jonny Evans fragen können, der sehr weit von Balotelli entfernt stand.

Danach blieben die Besitzverhältnisse beim Alten, mit dem Unterschied, dass City getrost auf den Ball in den eigenen Reihen verzichten konnte. Zumindest solange die Deckung kompakt genug blieb. Und das war bis zur Pause durchaus der Fall, auf keiner der beiden Seiten vermerkten die Statistiker einen nennenswerten Torschuss.

Warum wieder er?

Die Namen Evans und Balotelli tauchten auch zu Beginn der zweiten Halbzeit wieder auf – und wieder war das schlechtere Ende auf Seiten des in rot gekleideten Verteidigers. Dem war Balotelli nämlich erneut entwischt, dieses Mal blieb er jedoch in sprichwörtlicher Schlagweite. Das Festhalten des City-Stürmers kurz vor der Strafraumgrenze wurde zurecht mit der Roten Karte für die Notbremse bestraft (47.). Und nun wandelte sich die Führung nach Treffern auch in Dominanz auf dem Platz für City um.

Zwölf Minuten später war es wieder Balotelli, der mit seinem zweiten Treffer für das 2:0 der Citizens sorgte. Nach hervorragender Vorarbeit von David Silva bediente James Milner den Italiener in der Mitte des Sechzehners. Der musste nur noch den Fuß hinhalten – und wurde für soviel Effektivität später mit der frühzeitigen Auswechslung in der 70. Minute belohnt, für ihn durfte Edin Dzeko ran. Der trug sich später ebenfalls noch auf die Anzeigetafel ein.

Während City noch feiert, geht United schon nach Hause

"Diese Stadt gehört uns", sangen nun die hellblau gekleideten Fans, während die roten Lokalrivalen ihr Stadion teilweise dem Gegner freigaben und bereits nach Hause abwanderten. So verpassten sie noch vor Balotellis Auswechslung das 3:0 für die Citizens. Dieses Mal hatte Micah Richards von rechts in den Strafraum geflankt, Uniteds Patrice Evra den Ball durch die eigenen Beine gelassen und Sergio Agüero artig: "Danke" gesagt (69.).

Nur die größten Optimisten aufseiten der Hausherren schöpften nach dem Anschlusstreffer durch Darren Fletcher (81.) nach dieser Demonstration der Gästestärke Hoffnung. Die pessimistische Mehrzahl wurde in ihrem Glauben jedoch bestätigt. Dzeko per Knie (89.) und Sololauf (93.), sowie Silva (90.), der wiederum von Dzeko auf eine einsame Reise in Richtung United-Tor geschickt worden war, vollendeten schließlich das historische Debakel für die Elf von Manchester United.

Von einer Wachablösung in Stadt und Premier League zu sprechen, ist indes noch verfrüht. Dafür besitzt diese eine Partie nicht die nötige Aussagekraft. Für die seit dem Kauf 2008 formulierten Ziele der Besitzer dürfte diese Partie jedoch der Beweis sein, dass ihr Geld öfter doch einmal Tore schießt.

Sven Kittelmann

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