Italien Polizist bei Fan-Krawallen getötet


Bei Ausschreitungen am Rande eines Fußballderbys auf Sizilien ist ein Polizist getötet worden. Es war das zweite Todesopfer innerhalb einer Woche, das im Zusammenhang mit Ausschreitungen nach einem Fußballspiel in Italien steht. Alle Spiele wurden abgesagt.

Bei Ausschreitungen am Rande eines Fußballderbys auf Sizilien ist am Freitag ein Polizist getötet worden. Den Behörden zufolge starb der 38-Jährige, nachdem ihm ein Randalierer in Catania einen Sprengkörper ins Auto geschleudert hatte. Insgesamt wurden rund 100 Menschen verletzt. Die Polizei nahm neun Verdächtige fest und 23 andere Personen in Gewahrsam. Die Krawalle hatten sich zwischen Fans der Serie-A-Clubs Catania und Palermo entzündet. Das Todesopfer war das zweite innerhalb einer Woche, das im Zusammenhang mit Ausschreitungen nach einem Fußballspiel in Italien - dem Sieger der Fußballweltmeisterschaft in Deutschland 2006 - steht. Nun wurden alle nationalen und internationalen Begegnungen bis auf weiteres abgesagt.

Zweites Todesopfer innerhalb weniger Tage

Schon während des Spiels, das Palermo am Ende für sich entschied, war es aus Sicherheitsgründen zu einer Unterbrechung gekommen. Die größten Auseinandersetzungen gab es indes danach, als sich Anhänger beider Seiten außerhalb des Stadions stundenlang Krawalle lieferten. Der Polizist starb wenige Minuten nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder. Die Behörden leiteten nach eigenen Angaben eine Untersuchung ein, wer für die Tat verantwortlich ist. Erst vor wenigen Tagen war ein Funktionär des Amateurliga-Clubs Sammartinese gestorben, nachdem er in Krawallen nach einem Spiel versucht hatte, streitende Parteien zu trennen. Eigentlich hatte bei den Begegnungen an diesem Wochenende mit einer Schweigeminute an das Opfer erinnert werden sollen.

Die Regierung kündigte nun für Montag eine Krisensitzung an, in der über Wege aus der Gewalt beraten werden soll. "Wir müssen eine klare Botschaft aussenden, um diese Entartung des Sports zu stoppen, die unglücklicherweise so oft passiert", hieß es in einer Erklärung von Ministerpräsident Romano Prodi. Der Repräsentant des nationalen Fußballverbandes FIGC, Luca Pancalli, betonte: "So können wir nicht weitermachen." Es werde erst dann wieder Spiele geben, wenn neue Maßnahmen erarbeitet seien, um der Lage Herr zu werden. An dem Treffen am Montag sollen unter anderem auch der Innen- und der Sportminister teilnehmen. Unklar ist derzeit, ob ein für Mittwoch geplantes Freundschaftsspiel der italienischen Nationalmannschaft gegen Rumänien stattfinden kann.

Wladimir Pantaleone/Reuters Reuters

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