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Löw würdigt Willen und Lauffreude Extralob für Özil, Badstuber und die Fans


Absolut zufrieden mit der Leistung seines Teams beim 3:0 gegen die Türkei ist Bundestrainer Joachim Löw ins Berliner Teamhotel zurückgekehrt. Für Torschütze Mesut Özil gibt es allerdings einen Wehmutstropfen.

Joachim Löw lobte nach dem 3:0-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft im Spitzenspiel der EM-Qualifikation gegen die Türkei vor allem Willen und Lauffreude seiner Spieler. Für Mesut Özil, Holger Badstuber und die Fans gab es Extralob.

Wie ordnen Sie den Erfolg gegen die Türkei ein?

Löw: "Es war schon eine besondere Situation, die türkischen Fans waren in der Mehrheit. Da war es fast schon ein Auswärtsspiel für uns. Und es war eine gewisse Drucksituation. Aber wir haben das Spiel insgesamt dominiert und verdient gewonnen. Nur ein paar Minuten nach der Halbzeit haben wir den einen oder anderen Fehler gemacht."

Wo lag der Schlüssel zum Erfolg?

Löw: "Die Mannschaft hat eine Top-Laufleistung abgerufen und unglaubliche Willenskraft gehabt, zu Hause dieses wichtige Spiel auf dem Weg zum Turnier zu gewinnen. Von daher bin ich absolut zufrieden mit dem Spiel und dem Ergebnis. Kompliment an die Mannschaft, dass sie gerade auch in dieser Phase eine Topform abgerufen hat. Das ist ja nicht immer leicht nach so einer kräftezehrenden WM."

Wie haben Sie den Auftritt von Mesut Özil gesehen? War er angespannter als sonst?

Löw: "Dieses Gefühl hatte ich nicht. Mesut ist ein Spieler, der sich auf die entscheidenden Dinge konzentrieren kann, der mental stark ist. Im Laufe des Spiels hat sich unser Mittelfeld auch immer mehr befreien können; Mesut Özil, Toni Kroos, Sami Khedira haben immer mehr das Übergewicht gehabt. Kroos und Özil haben viel für Defensive getan, aber auch für die Offensive. Und dass Mesut dann das Tor gemacht hat, das freut mich. Es war toll gemacht."

Wie haben Sie die gellenden Pfiffe und Buhrufe der türkischen Anhänger gegen Özil empfunden?

Löw: "Sicher war das zu hören. Aber es ist halt manchmal so, dass Spieler ausgepfiffen werden. O.k. - damit muss man eben auch umgehen können als Mannschaft und als Spieler. Mesut hat sich davon nicht beeindrucken lassen. Das hat er auch gezeigt."

Trotz des klaren Sieges, ist die linke Seite weiter die Problemzone?

Löw: "Selbstverständlich habe ich auch gesehen, dass wir zu Beginn der zweiten Halbzeit, als die Türken die große Chance zum Ausgleich hatten, den einen oder anderen Stellungsfehler gemacht und den Ball verloren haben. Lukas Podolski kam nicht so wie gewohnt ins Spiel. Aber sein Laufpensum war groß, er hat enorm gearbeitet."

Die Bayern-Spieler waren stark. Wie erklären Sie den Unterschied zum Club, wo sie so große Probleme haben?

Löw: "Die Bayern-Spieler, allen voran Philipp Lahm und Thomas Müller, haben bei der WM Immenses geleistet. Sie hatten nur drei Wochen Vorbereitung. Man kann von diesen Spielern nicht erwarten, dass sie permanent in einer Hochform sind. Sie haben es geschafft, sich in der Champions League auf den Punkt zu konzentrieren. In der Bundesliga werden sie es sicher auch schaffen, in den nächsten Wochen bessere Leistungen zu zeigen. Heute haben sie klasse gespielt. Allen voran Holger Badstuber, der fehlerfrei agiert hat."

Jens Mende, DPA DPA

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