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Mario Götze beim FC Bayern: Seht her, ich bin angekommen!

Zwei Tore und jede Menge Wirbel gegen Paderborn, dazu endlich Stammspieler. Mario Götze - das Wunderkind des deutschen Fußballs - scheint endlich beim FC Bayern angekommen zu sein.

Mario Götze kennt ja den Druck. Er weiß, dass in dieser Spielzeit noch mehr Menschen auf ihn schauen als ohnehin schon. Er ist jetzt WM-Final-Torschütze. Alle fragen: Schafft er den Durchbruch? Ist er schon angekommen in München? Götze hatte eine unglückliche erste Saison beim FC Bayern. Erst war er verletzt, dann musste er lange seiner Form hinterherrennen, und als er sie annähernd erreichte, hatten Ribery, Robben und Müller in der Offensive dennoch die Nase vorn.

In der neuen Spielzeit ist alles anders. Ribery und Robben plagen sich mit kleineren Verletzungen herum, Götze ist Stammspieler - und der FC Bayern erahnt endlich, was er an seinem 22-jährigen Superstar hat. Beim 4:0-Sieg der Münchner gegen Paderborn drehte Götze auf, wirbelte Paderborns Abwehr ein ums andere Mal durcheinander und schoss zwei Tore selbst. Es waren unterschiedliche Treffer, doch beides typische Götze-Tore. Ein Antritt aus der Tiefe und ein geschickter Schlenzer zur frühen Führung (8. Minute), ein Abstauber-Tor im Stile eines Mittelstürmers (78.) zum 4:0-Endstand.

"Er hat ja auch viel gekostet"

"Es wurde auch Zeit, dass ich mal wieder treffe", sagte Götze nach dem Spiel. Doch er kennt sie mittlerweile, die Ansprüche. Also schob er hinterher: "Aber gerade bei den Torchancen, die ich hatte, kann ich persönlich noch einiges verbessern. Ich hätte auf jeden Fall noch das eine oder andere Tor mehr machen können."

Götze scheint verinnerlicht zu haben, dass nichts angreifbarer macht als Zufriedenheit. Vom Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge gab es ohnehin kein Sonderlob: "Er hat ja auch viel gekostet, dann wird man auch viel erwarten dürfen", sagte er nach dem Spiel.

"Der Trainer gibt mir ein gutes Gefühl"

So tough und unemotional Götze manchmal nach außen hin wirkt, auf dem Platz scheint es, als brauche er das Vertrauen - vor allem das des Trainers Pep Guardiola. Götze wirkte beim FC Bayern bislang nicht wie einer, der fünf Spiele auf der Bank sitzen und dann konstant Topleistungen abrufen kann. Er braucht das Gefühl, wichtig zu sein, Stammspieler zu sein. Nach dem Paderborn-Spiel konnte man das zwischen den Zeilen erahnen.

Auf die Frage, ob er sich mittlerweile in München wohl fühle, antwortete Götze zunächst: "Ich bin froh, hier zu sein und freue mich, in diesem Stadion spielen zu können. Es macht unheimlich Spaß mit dieser Mannschaft und diesem Trainer zu arbeiten." Daran knüpfte er einen Satz, der vermutlich mehr als alles über Götzes Empfindungen aussagt: "Ich bin sehr, sehr glücklich und der Trainer gibt mir ein gutes Gefühl. Das ist wichtig, denn wir haben auch in dieser Saison wieder große Ziele."

Dortmund-Connection zündet

Neben Götze spielte sich auch ein zweiter Ex-Dortmunder in den Vordergrund. Robert Lewandowski erzielte gegen Paderborn sein erstes Heim- und zweites Saisontor. Zuvor hatten manche Medien schon von einer Krise beim Bundesliga-Torschützenkönig gesprochen - weil er gegen den HSV auf der Bank saß. Nun scheint auch Lewandowski so richtig angekommen zu sein in München. Die Süddeutsche Zeitung schreibt in ihrer Einzelkritik: "Reinfühlen war mal - der Meteorit Lewandowski ist offiziell eingeschlagen"

Felix Haas

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