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Michael Ballack: Vom Prügelknaben zum Matchwinner

Ausgerechent der zuletzt schwer in die Kritik geratene Michael Ballack war der Mann des Tages bei Chelseas wichtigem Auswärtssieg in Bolton. Ein anderer deutscher WM-Held kassierte auf der Insel mal wieder eine Niederlage.

Von Klaus Bellstedt

Nach dem 1:1 im Gigantenduell gegen Manchester United am letzten Sonntag ging die britische Presse mit Chelseas Neuverpflichtung Michael Ballack noch hart ins Gericht. "The Sun" lästerte: "Er scheint immer im Weg zu stehen." Und der "Guardian" riet dem 30-Jährigen, er solle "sich ein wenig schämen". Wie schnell sich das Blatt doch wenden kann: Nur drei Tage später erzielte der Kapitän der deutschen Nationalmannschaft im Auswärtsspiel bei den Bolton Wanderers den 1:0-Siegtreffer für seine "Blues" und dürfte damit (zumindest vorerst) seinen Kritikern das Maul gestopft haben.

In einer kampfbetonten Partie tauchte Ballack zunächst wieder unter und fand nur schwer ins Spiel. Zum Ende der ersten Hälfte übernahm Chelsea im Reebok-Stadium mehr und mehr die Initiative und erspielte sich auch gute Chancen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff war es dann soweit: Eine Lampard-Ecke von Links nickte Michael Ballack freistehend zur verdienten Führung für die Londoner ein.

Niederlage für Lehmanns "Gunners"

Nach dem Wechsel verpasste Chelsea die frühzeitige Entscheidung, auch weil Didier Drogba mit einem herrlichen Distanzschuss die beste Chance zum 2:0 vergab. Bolton spielte insgesamt viel zu mutlos und kam kaum zu Torgelegenheiten. So blieb es schließlich bis zum Schluss beim letztlich verdienten 1:0 für den Abramowitsch-Club. Chelsea-Coach Mourinho zeigte sich hinterher zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft aber vor allem mit der seines Mittelfeldspielers Ballack: "Michael kommt bei uns immer besser zurecht. Ich bin insgesamt sehr froh über seinen Auftritt heute, nicht nur weil er das Siegtor geköpft hat".

Mit dem Sieg bei den "Trotters" liegt Chelsea weiter drei Punkte hinter Manchester United (38 Punkte), dass den FC Everton mit 3:0 bezwang. Einen Rückschlag musste dagegen Jens Lehmann mit dem FC Arsenal einstecken. Im Stadtderby beim FC Fulham (mit Moritz Volz) lagen die "Gunners" schon nach 19 Minuten mit 0:2 hinten. Robin van Persie sorgte nur noch für Ergebniskosmetik, zudem flog Abwehrspieler Philippe Senderos mit Gelb-Rot vom Platz.

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