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Deutsche Fußball Liga: Mit offenbar drastischen Maßnahmen will die Bundesliga die Saison retten

Mit aller Macht stemmen sich die deutschen Fußball-Clubs gegen einen Saisonabbruch. Zu groß ist die Angst vor den wirtschaftlichen Konsequenzen. Dazu will die extra gegründete medizinische Task Force offenbar zu drastischen Maßnahmen greifen. 

Der Mönchengladbacher Patrick Herrmann bei einem Eckstoß im Geisterspiel gegen den 1. FC Köln

Der Mönchengladbacher Patrick Herrmann bei einem Eckstoß im Geisterspiel gegen den 1. FC Köln

DPA

Ist Belgien ist man schon weiter. Am gestrigen Donnerstag empfahl der Verwaltungsrat der Pro League den 24 Profi-Fußballteams des Landes, die Saison  wegen der Coronakrise abzubrechen. Tabellenführer FC Brügge soll zum Meister gekürt werden. Offiziell ist die Entscheidung noch nicht, die Clubs müssen noch zustimmen. Auch in den Niederlanden ist eine reguläres Ende der Spielzeit in weite Ferne gerückt. Ministerpräsident Mark Rutte verordnete eine Spielpause bis zum 1. Juni.

In der Bundesliga stemmen sich die Vereine hingegen mit aller Macht gegen ein vorzeitiges Ende. In Deutschland wie in den anderen großen Ligen Europas ist die Angst vor den wirtschaftlichen Schäden zu groß. Viele Vereine würden den massiven Einnahmeausfall nicht überleben, befürchtet man. Deshalb spielt die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf Zeit - und schmiedet Pläne, wie man trotz der Coronakrise die Meisterschaft retten kann.

Alle drei Tage einen Schnelltest

Der Mitteldeutsche Rundfunk hat nun berichtet, dass die frisch eingerichtete medizinische Task Force unter anderem folgende Maßnahmen vorschlägt: Alle drei Tage sollen die Spieler einem Corona-Schnelltest unterzogen werden. Ist der Befund bei einem Profi positiv, wird nur der Infizierte in Quarantäne geschickt, nicht aber die restliche Mannschaft. Eine Mannschaft muss antreten, wenn mindestens 13 Feldspieler und zwei Torhüter gesund sind, sonst wird die Partie als verloren gewertet.

Bestätigen wollte die DFL den Bericht des MDR nicht. Ein Sprecher sagte lediglich: "Die Taskforce hat ihre Arbeit aufgenommen, es liegen aber noch keine Ergebnisse vor. Der Fußball wird immer alle behördlichen Vorgaben einhalten."

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Es bleiben viele offene Fragen

Es bleiben viele offene Fragen: Wie stehen die 36 Vereine der 1. und 2. Liga zu den Plänen? Die Regelungen könnten gerade für abstiegsgefährdete Klubs ein enormes Risiko bedeuten, wenn bei ihnen zahlreiche Leistungsträger ausfallen und sie antreten müssen. Offen ist auch, was passiert, wenn eine Partie aufgrund zu vieler Infizierter gar nicht stattfinden kann? Zudem muss die Politik mitspielen und die allgemeine Lage muss sich verbessert haben 

Im Moment steht das ganze Land nahezu still. Es wird noch Wochen dauern, bis diese Fragen beantwortet werden. 

Quellen: "Sport im MDR""Sportbuzzer", DPA

tis

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