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MSV Duisburg: Kopfnuss kostet Job

Der MSV Duisburg hat seinen Trainer Norbert Meier fristlos entlassen. Das ist aber nicht alles: Das Verfahren vor dem DFB-Gericht ist noch in der Schwebe. Meier selbst sei "geschockt".

Der MSV Duisburg hat den Vertrag mit Cheftrainer Norbert Meier mit sofortiger Wirkung aufgelöst. Dies teilte der Fußball-Bundesligist mit. Damit zog der Tabellen-Vorletzte die Konsequenz aus dem Kopfstoß des MSV-Coaches gegen den Kölner Spieler Albert Streit in der Nachholpartie am Dienstag.

"Wir haben gesehen, dass ein derartiger Druck auf den Trainer ausgeübt wurde, dass wir uns auf eine einvernehmliche Vertragsauflösung geeinigt haben", sagte MSV-Vorstandschef Walter Hellmich.

Meier ist geschockt

Der 47-jährige Meier war nach dem Vorfall vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bereits vorläufig gesperrt worden. Ihm ist derzeit jegliche Trainertätigkeit untersagt. Über ein endgültiges Strafmaß muss noch entschieden werden.

Der MSV hatte Meier schon zuvor abgemahnt. Der Verein verhängte eine Abmahnung und eine fünfstellige Geldstrafe gegen den Trainer. Zunächst ließ der Vorstand noch verlauten, eine Entlassung stehe nicht zur Debatte.

Training von Meier-Assistent

"Menschlich und persönlich tut es mir ungeheuer Leid", sagte Hellmich nun. Meier habe dreieinhalb Jahre vorbildlich für den MSV gearbeitet und den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. "Wenn ich seinen Zustand beschreiben soll: Er ist geschockt", berichtete Hellmich. Meier selbst nahm an der Pressekonferenz am Donnerstag nicht teil. Die Tätlichkeit gegen Streit, die zu seinem Rückzug geführt hat, hatte Meier am Dienstagabend nach Ende der Nachholpartie der Duisburger gegen den 1. FC Köln (1:1) zunächst abgestritten. Vielmehr hatte er dem FC-Angreifer vorgeworfen, ihn beleidigt zu haben.

Erst als Fernsehbilder eindeutig seinen Kopfstoß belegten, räumte Meier am Mittwoch sein Fehlverhalten ein und entschuldigte sich bei Streit: "Ich habe ihn angerufen und ihm mitgeteilt, dass mein Verhalten absolut unkorrekt war. Ich hatte einen Blackout."

Kölns Trainer Uwe Rapolder nahm seinen Spieler ausdrücklich in Schutz und wies Meier die alleinige Schuld zu. "Täter war eindeutig der Kollege Meier", sagte Rapolder. Derweil plädierte Jürgen Klopp, Trainer des FSV Mainz 05, für ein mildes DFB-Urteil gegen Meier: "Hier muss mit Augenmaß entschieden werden. Ein Urteil muss ohne Populismus getroffen werden." Es dürfe kein Exempel statuiert werden, meinte Klopp.

Das Training der Duisburger hatte bereits der bisherige Meier-Assistent Heiko Scholz geleitet. Über einen Nachfolger für Meier wurde zunächst nichts bekannt.

DPA / DPA

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