Es lief die 75. Minute in der umkämpften Pokal-Partie zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach als Leverkusen-Trainer Heiko Herrlich in der Coaching-Zone zu Boden ging. Bayer führte 1:0, der Ball rollte durch Herrlichs Coaching-Zone ins Aus. Herrlich ließ den Ball durch seine Beine laufen und deutete einen Trick an. Gladbachs Denis Zakaria lief dem Ball hinterher, dicht an Herrlich vorbei und schubste den Trainer leicht aus dem Weg. Herrlich aber stürzte zu Boden als habe Zakaria ihn umgegrätscht.
Auf die Szene angesprochen, erklärte Herrlich nach dem Spiel: "Das ist Affekt passiert. Ich muss es mit meinen 46 Jahren schaffen, stehen zu bleiben, ganz klar. Ich wollte da sicher keine Rote Karte fordern. Das sah sicher blöd aus, und ich möchte mich dafür auch entschuldigen." Zakaria wollte die Szene nicht überbewerten. "Das war ein bisschen Emotion und ein bisschen Komödie. So ist halt Fußball", sagte der Schweizer.
Lustige Reaktionen auf Twitter
Auf Twitter fühlten sich viele User an die inzwischen legendäre Doppel-Kopfstoß-Schwalbe von Norbert Meier und Albert Streit erinnert. Meier, damals Trainer beim MSV Duisburg, und Albert Streit, Spieler des 1. FC Köln, waren im Dezember 2005 an der Außenlinie aneinander geraten. Kopf an Kopf standen sie da, bis erst der eine und Sekundenbruchteile später der andere zusammensackte, als wäre er Opfer eines Kopfstoßes geworden. Aber auch zu anderen lustigen Reaktionen hat der Sturz von Heiko Herrlich inspiriert.

DFB bittet Heiko Herrlich um Stellungnahme
Ganz so spaßig wie viele Twitter-User sieht der DFB die Sache allerdings nicht. Am Donnerstagvormittag verschickte er eine Pressemitteilung, dass der Kontrollausschuss sich mit Herrlichs Verhalten befassen wird. "Es besteht der Verdacht, dass sich der Trainer des Bundesligisten Bayer 04 Leverkusen nach einem Schubser des Gladbacher Spielers Denis Zakaria am Seitenrand fallen gelassen und damit unsportlich verhalten hat", heißt es vom DFB. Wenn Herrlich nicht überzeugend darlegen kann, warum er sich in der Szene am Spielfeldrand nicht mehr auf den Beinen halten konnte, muss er womöglich das nächste Leverkusener Pokalspiel von der Tribüne aus anschauen. Da wäre er dann wenigstens vor gegnerischen Spielern sicher.