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Nach 2:2 gegen Dänemark: Löw kündigt Bewährungsprobe für jeden Spieler an

Der in letzter Minute noch aus der Hand gegebene Sieg war für Bundestrainer Jogi Löw kein schlechtes Ergebnis, sonder eine "Brücke zur EM-Qualifikation". Die Leistung bei der WM zählt für Löw nicht mehr. Kein Spieler dürfe sich auf den Lorbeeren ausruhen - auch die Nummer 1 nicht.

Trotz des am Ende verschenkten Sieges in Dänemark hat Joachim Löw das 2:2 in Kopenhagen seiner Not-Elf doch noch mit dem Prädikat gelungen bedacht. "Die Mannschaft hat versucht, die drei, vier Dinge umzusetzen, die ich vorgegeben hatte. Gute Organisation, daraus schnell nach vorne spielen. Das hat in manchen Phasen auch ganz gut geklappt", analysierte der Bundestrainer das Remis zum Auftakt der neuen Länderspiel-Saison.

"Dieses Spiel in Dänemark war jetzt eine Brücke. Mit der EM-Qualifikation, mit Belgien beginnt wieder ein neuer Abschnitt", erklärte Löw, der in den nächsten Wochen seine im Parken-Stadion noch geschonten WM-Stammkräfte wieder unter Beobachtung stellt. Anfang September beim Start in den Kampf um die Tickets für die Fußball-Europameisterschaft werden die Südafrika-Stars wieder dabei sein.

WM-Leistung zählt nicht mehr

"Dass sich alle wieder neu bewähren müssen, ist klar. Die Leistung muss stimmen. Von der WM müssen wir uns jetzt mental entfernen", betonte der 50 Jahre alte Chefcoach. "Letztendlich war es ein guter Test. Für jeden Einzelnen waren es wichtige Minuten heute in der Nationalmannschaft", meinte Löw und nannte selbst einige Gewinner des durch den frühen Saisonzeitpunkt umstrittenen Tests.

"Tim Wiese hat hervorragend gehalten, auch wenn er in der letzten Situation den Ball nicht wegspielen konnte. Aber er hatte fünf, sechs, sieben hervorragende Paraden", stellte Löw den Bremer Keeper heraus, der kurz vor Schluss mit einer unglücklichen Abwehr außerhalb seines Strafraums allerdings den Ausgleich der Gastgeber durch Mads Junker (87.) ermöglichte. "Im Mittelfeld haben Christian Gentner, Christian Träsch und auch Thomas Hitzlsperger gut gearbeitet", ergänzte der Bundestrainer.

Überraschend ließ Löw nach der Partie die Torwart-Reihenfolge in der Nationalmannschaft für die am 3. September in Brüssel beginnende EM-Ausscheidung offen. "Das werde ich vor dem Spiel gegen Belgien bekanntgeben, mit welchem Torhüter wir in die Qualifikation gehen, wer für uns die Nummer 1 sein wird", sagte Löw und dürfte damit vor allem WM-Keeper Manuel Neuer verwundert haben.

Lob von Löw für Gomez

Sorgenkind Mario Gomez, der das DFB-Team vor knapp 20.000 Fans nach 19 Minuten in Führung gebracht hatte, bekam nach einer längeren Durststrecke Lob von Löw in der Nationalmannschaft. "Er hat jetzt von Anfang an gezeigt, dass er seine Chancen auch mal nutzt und ein Tor macht." Auch der nach einem Kreuzbandriss zurückgekehrte Leverkusener Patrick Helmes brachte sich mit einem Treffer (73.) beim Bundestrainer neu in Stellung. "Ich habe gemerkt, dass er seine Verletzungspause hinter sich hat", sagte Löw. Bayern-Rückkehrer Toni Kroos und der Bremer Aaron Hunt konnten nach Ansicht des Trainers Pluspunkte sammeln.

Die ganz großen Erwartungen der vielen Rückkehrer und von Debütant Sascha Riether (Wolfsburg) aber bremste Löw. "Ich habe den Spielern gesagt, natürlich kann ich nicht jeden zu jedem Spiel einladen. Aber es ist ein langer Wettbewerb über eineinhalb Jahre. Da gibt es immer Verletzungen und andere Konstellationen. Da muss man sehen, auf wen kann man zurückgreifen kann." Den deutschen Spielern passte der späte Ausgleich auch daher nicht. "Es war ärgerlich, dass wir das so herschenken. Wenn man zehn Minuten vor Schluss 2:0 führt, sollte man das über die Bühne bringen", meinte Kroos.

swd/DPA / DPA

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