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Jørn Andersen: Bundesliga-Urgestein wird Nationaltrainer in Nordkorea

Jørn Andersen, Ex-Profi unter anderem bei Eintracht Frankfurt und Ex-Trainer beim KSC und Mainz coacht ab sofort die Nationalmannschaft der isolierten Diktatur in Nordkorea. Weil Kim Jong-un sich einen deutschen Trainer wünschte.

Nordkorea-Trainer Jørn Andersen

Von Fredrikstad über Karlsruhe nach Pjöngjang: Jørn Andersen (hier als Coach des KSC 2012) wird neuer Nationaltrainer von Nordkorea.

Verdiente Fußballlehrer treibt es mitunter in die fragwürdigsten Länder. Berti Vogts etwa heuerte 2008 in Aserbaidschan an, wo er immerhin sechs Jahre lang die Nationalmannschaft trainierte. Der etwas in Vergessenheit geratene Otto Pfister war Nationaltrainer in Saudi-Arabien und Klaus Dieter Pagels verantwortete drei Spiele als Chefcoach in Simbabwe. Nun reiht sich auch Jørn Andersen in die Riege "Deutsche Trainer in Diktaturen" ein. Der 53-Jährige wird Chef der nordkoreanischen Fußball-Nationalmannschaft. Das bestätigte die Familie des Norwegers mit deutschem Pass dem norwegischen Rundfunk NRK.

Jorn Andersen Paninibild mit Kim-Jong-Un-Frisur

Kim Jong Jørn Andersen - diese Montage wird es vermutlich nie in ein Panini-Album schaffen.


Schon seit zwei Wochen in Nordkorea

Offenbar hält sich Andersen bereits seit zwei Wochen in dem Land auf. Seiner Familie zufolge soll sich Nordkorea einen deutschen Trainer gewünscht haben. Andersen ist seit 1993 deutscher Staatsbürger, er trainierte unter anderem Austria Salzburg, den Karlsruher SC und FSV Mainz 05. Als Profi spielte er in für Nürnberg, Eintracht Frankfurt und den HSV.


Die Erfolge der Nordkoreaner bei internationalen Turnieren halten sich bisher in Grenzen. Zwei Mal waren sie bei einer Weltmeisterschaft dabei: 1966 und 2010. Die WM in Südafrika endetet für das Land in der Vorrunde. Im zweiten Spiel gegen Portugal unterlag die Mannschaft 7:0 - es war die erste Sport-Liveübertragung in der Geschichte des isolierten Landes. Der nordkoreanische Reporter war angesichts des Debakels so entsetzt, dass er mitten im Spiel aufhörte zu kommentieren. Anschließend gab es Gerüchte, dass Trainer und Spieler nach ihrer Rückkehr vom Regime bestraft wurden.

nik/DPA

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