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Torwart verlässt Schalke Nübel zu den Bayern? Was sich hinter dem spektakulären Abgang verbirgt

Alexander Nübels Abgang auf Schalke spaltet die Gemüter der Knappen
Alexander Nübels Abgang auf Schalke spaltet die Gemüter der Knappen
© Rolf Vennenbernd / DPA
Die Enttäuschung auf Schalke ist gewaltig: Torwart Alexander Nübel wird im Sommer ablösefrei wohl zu den Bayern wechseln. Der Abgang birgt für ihn sportlich ein hohes Risiko. Und auf Schalke drohen ihm unangenehme Monate.

Die Gerüchte gab es schon lange und am Sonntag folgte für die Schalker Fans das böse Erwachen. Schalkes Torwart-Talent Alexander Nübel wird den Verein im Sommer ablösefrei verlassen. Der 23-jährige Torwart geht den gleichen Weg wie einst Manuel Neuer und wird wohl zum FC Bayern wechseln, auch wenn die offizielle Bestätigung seitens der Münchener noch fehlt.

Seitdem rumort es im Verein. Die Schalker Verantwortlichen kaschierten ihre Enttäuschung über die Entscheidung Nübels kaum. Sportvorstand Jochen Schneider erklärte: "Nach allen Gesprächen, die wir in den letzten Monaten mit ihm und seinem Berater geführt haben, sind wir über seinen Entschluss nicht sehr überrascht. Verstehen müssen wir ihn indes nicht."

Schalke kämpfte lange um Alexander Nübel

Das klang nicht sehr wohlwollend. Schalke hatte sich lange um das Talent bemüht und ihm eine satte Vertragsverlängerung mit einem kolportierten Jahresgehalt von fünf Millionen Euro angeboten. Trainer David Wagner beförderte den jungen Torwart im Sommer sogar zum Kapitän, um ihm mehr Verantwortung zu übertragen und als Zeichen der Anerkennung. So wollte man Argumente für eine Vertragsverlängerung liefern. 

Doch die Bemühungen waren vergebens, wie sich jetzt herausgestellt hat. Schon wieder verlässt ein Schalker Talent den Club, ohne dass die Königsblauen eine angemessene Ablösesumme kassieren. So war es schon bei Leon Goretzka, Joel Matip, Sead Kolasinac und Max Meyer. Und jetzt Nübel. Sportlich wie wirtschaftlich ist sein Abgang ein großes Verlustgeschäft für Schalke. 

Zudem wiederholt sich möglicherweise ein Szenario, dass der der Verein schon im Fall von Neuers Abgang zu den Bayern vor achteinhalb Jahren erlebt hat. Obwohl die Münchner für den aufstrebenden Keeper rund 30 Millionen Euro an Schalke überwiesen hatten, empfanden viele Anhänger dessen Abgang als Verrat.

Nübel droht Neuers Schicksal

Neuer hatte damals im April verkündet, dass er Schalke im Sommer verlassen werde. Die Folge war, dass er bei den übrigen Heimspielen von vielen (nicht von allen) gnadenlos ausgepfiffen wurde. Es war phasenweise ein wahres Spießrutenlaufen für den jungen Torwart. Neuer wurde zur Hassfigur auf Schalke und musste noch jahrelang das Missfallen der Anhänger ertragen, wenn er mal wieder zu Gast in der Arena war.

Ein ähnliches Schicksal droht nun Nübel. Deshalb lautet eine der spannenden Fragen, wie es mit dem Keeper weitergeht. Ein halbes Jahr kann sehr lang sein, wenn man von den Fans zur Unperson degradiert wird. Es besteht die Gefahr, dass Nübel zu einer Belastung für die Mannschaft wird. 

Viele im Verein sowie außerhalb rechnen damit, dass Wagner Nübel die Kapitänsbinde wieder abnimmt. Ebenso ist es möglich, dass der Coach noch weitergehende Maßnahmen verhängt und Nübel ein halbes Jahr auf der Ersatzbank verbannt. Schalke hat das Glück, dass mit dem 21-jährigen Markus Schubert ein weiteres Torwart-Talent zur Verfügung steht. Durch Nübels Rotsperre kam der U21-Nationalkeeper bereits zu zwei Einsätzen und spielte gut.

Sportlich geht Nübel hohes Risiko

Die große Enttäuschung über Nübels Entscheidung mag auch daran liegen, dass sie sportlich nur schwer zu verstehen ist. Nübel tauscht einen Stammplatz auf Schalke gegen einen Bankplatz beim Rekordmeister. Er soll als Nachfolger von Neuer aufgebaut werden, doch wann der seinen Platz bei den Bayern räumt, steht in den Sternen. 

Neuers Vertrag läuft bis 2021 und soll möglicherweise bis 2023 verlängert werden. Im ungünstigsten Fall droht Nübel eine lange Zeit auf der Bank und – vielleicht – ein beinharter Konkurrenzkampf. Auf jeden Fall geht er mit dem Wechsel ein hohes Risiko ein. Er wäre nicht das erste Talent, das sich mit dem Gang zu den Bayern schwer verkalkuliert hat.

Quellen:"Sport Bild", "Süddeutsche Zeitung", "Welt", "transfermarkt.de"


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