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Bundesliga im stern-Check: Kellerkinder mucken auf, RB Leipzig grüßt als Herbstmeister: Und das ist auch gut so

Am letzten Spieltag der Hinrunde sorgten die Kellerkinder der Liga für Furore. Nur das in Grün-weiß spielte wieder nicht mit. Achja: Als Herbstmeister grüßt RB Leipzig. Mehr als verdient. Glückwunsch nach Sachsen!  

Bundesliga im stern-Check: Leipzigs Stürmer Timo Werner mit dem Ball am Fuß

Angetrieben von Timo Werner leistete sich RB Leipzig in der Hinrunde so gut wie keine Schwächephase und geht als Tabellenführer in die Winterpause

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So lief der Spieltag

Alle Ergebnisse des 17. Spieltags, die Tabelle und Statistiken zum Nachlesen finden Sie hier im stern-Ticker

Auch wenn das vielen Fans sogenannter Traditionsvereine – was auch immer das genau heißen mag – nicht in den Kram passt: Der Herbstmeister der Bundesliga-Saison 2019/20 heißt RB Leipzig. Mit dem elften Saisonsieg verteidigten die Bullen am Samstag die Tabellenführung vor Mönchengladbach. Und auch das wollen viele hier vielleicht nicht lesen: Die Nagelsmann-Truppe hat sich diesen (inoffiziellen) Titel redlich verdient. Sie waren das beste Team. Überragende 48 Mal klingelte es im Kasten des Gegners. Mit fast drei Toren pro Spiel waren Timo Werner & Co. in der Hinrunde die Torfabrik der Liga. Nur zwei Mal gingen sie als Verlierer vom Platz. 37 Punkte stehen zu Buche. Herzlichen Glückwunsch! 

Aufreger des Spieltags

Einen Aufreger a la Alex Nübel hatte das Finale der Hinrunde nicht zu bieten. Eher einige kleinere kuriose Aufregerchen. Da war zum einen Leverkusens Stürmer Lucas Alario. Der lieferte sich in Mainz ein Fernduell mit dem VAR in Köln. Drei Mal traf der Argentinier, drei Mal hielt der Treffer dem kritischen Blick des Videoassistenten nicht stand. Doch Alario steckte nicht auf und wurde belohnt. Im vierten Anlauf und der vierten Minute der Nachspielzeit netzte der Stürmer doch noch und bescherte der dezimierten Werkself einen versöhnlichen Ausklang der Hinrunde. Auch in der Partie des Herbstmeisters gab es einen (letztlich spielentscheidenden) Aufreger. Wutschnaubend bedrängten die Augsburger Spieler Referee Daniel Siebert nach dem sehenswerten 1:1 durch Konrad Laimer in der 68. Spielminute. Sie monierten ein Foulspiel von Leipzigs Abwehrkante Upamecano im Mittelfeld, von dem Laimer letztlich profitiert haben soll. Siebert gab den Treffer. Dann lauschte er dem Mann im Ohr. Der VAR schaute sich die Szene gefühlt mehrere Minuten an, während die Spieler längst am Mittelkreis standen. Fazit: Auch an diesem Spieltag hat der VAR auf Sympathieskala von Fans, Spielern und Trainer keine Pluspunkte gesammelt. 

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Gewinner des Spieltags

Hier steigen wir nach dem letzten Spieltag der Hinrunde zur Abwechslung mal in die Tiefen des Tabellenkellers hinab. Denn neben Herbstmeister RB Leipzig dürfen sich der 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf als Gewinner der 17. Spielrunde feiern lassen. Die Geißböcke rackerten sich im Kellerduell gegen Bremen zum dritten Dreier in Serie unter Markus Gisdol. Jhon Córdoba legte den "EffZeh"-Fans das goldene Tor unter den Weihnachtsbaum. Sicher: 17 Punkte sind einige zu wenig, will der Aufsteiger die Klasse halten – doch nach dem unterirdischen Saisonstart haben die Kölner das Momentum auf ihrer Seite. Und vermutlich wären Gisdol und seine Jungs nicht traurig, wenn die Bundesliga im Stile der Premier League auch zwischen den Jahren um Punkte kicken würde. Noch zwei Punkte weniger als der Erzfeind von der linken Rheinseite hat Fortuna Düsseldorf. Doch auch das Team von Friedhelm Funkel darf sich als Gewinner fühlen. Nach fünf sieglosen Spielen reichte ein Trickschuss von Erik Thommy zum dritten Heimsieg. Und was für den Kopf noch viel wichtiger war: Der Last-Minute-Treffer hievte die Fortunen auf Relegationsplatz 16 – und stürzte Werder Bremen auf Abstiegsplatz 17.  Womit wir auch schon beim Verlierer des Spieltags wären.

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Verlierer des Spieltags

Selten saß der Trainer eines bemitleidenswert schwachen Tabellen-17. so fest im Sattel wie Florian Kohfeldt. Und dennoch kann es keine zwei Meinungen darüber geben, dass der viermalige Deutsche Meister in dieser traurigen Rubrik erneut ganz vorn liegt. Seit 246 Minuten haben die Spieler von Werder Bremen den Ball nicht mehr über die Linie des gegnerischen Tores gebracht. Gegen Köln – einen direkten Konkurrenten im Abstiegskampf – gelang dem verunsicherten Team von Kohfeldt erneut kein Treffer. Und weil auch Werders Defensive alles andere als stabil steht, fuhren die Norddeutschen ohne Zählbares zurück an die Weser. Und dort werden in den nächsten vier Wochen die Köpfe rauchen. Denn zum Auftakt der Rückrunde kommt ausgerechnet der neue Tabellennachbar Fortuna Düsseldorf ins Weserstadion.

Diese Tore sollten sie (noch) mal sehen

Zur Feier des 17. Spieltags legen wir ihnen gleich zwei traumhaft schöne Buden ans Herz. Zum Zunge schnalzen war die 1:0-Führung von Fortuna Düsseldorf am Sonntag. Den Abschlag von Torhüter Steffen verlängerte Oliver Fink mit einem zumindest umstrittenen Luftkampf per Kopf in den Lauf von Rouwen Hennings. Und wie der Stürmer das Leder danach von der rechten Strafraumkante ins lange Eck zauberte, muss man gesehen haben. Das Label "Traumtor" verdient ohne Zweifel auch die brillante Bogenlampe, die Abdelhamid Sabiri in der neunten Minute des Spiels seines SC Paderborn in der Benteler-Arena abfeuerte. Nach starkem Solo versenkte der Deutsch-Marokkaner die Kugel aus 23 Metern über den staunenden Frankfurt-Keeper Felix Wiedwald hinweg im Tor.

Bild des Tages

Bundesliga im stern-Check: Choreo zu Ehren des verstorbenen Schalke-Ultras

Mit einer bewegenden wie eindrucksvollen Choreo sorgten die Fans des FC Schalke 04 für den Gänsehautmoment des Spieltags. Ultrafan Drüse, einer der ihren, war am vergangenen Wochenende auf dem Weg zum Wolfsburger Stadion zusammengebrochen und später verstorben. "Mehr als Freunde – wir waren wie Brüder – viele Jahre sangen wir die gleichen Lieder" stand auf einem riesigen Banner. Darunter "Ruhe in Frieden Drüse – Ultras für immer". Zudem war der komplette Unterrang der Nordkurve mit schwarzen Schildern verhüllt. Vier Minuten gedachten beide Fanlager und die 60.000 Zuschauer dem Verstorbenen mit dieser Gänsehaut-Choreo. Fußball ist eben doch nur die schönste Nebensache der Welt.

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