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Pep Guardiolas Defensiv-Taktik: Warum der FC Bayern so gut wie keine Tore kassiert

Nur vier Gegentore in der kompletten Hinrunde: Der FC Bayern München hat einen Defensiv-Rekord für die Ewigkeit aufgestellt. Wir erklären, warum die Bayern hinten nichts anbrennen lassen.

Von Finn Rütten

Pep Guardiola hat mit dem FC Bayern München mit nur vier kassierten Treffern in der Hinrunde einen neuen Rekord aufgestellt

Pep Guardiola hat mit dem FC Bayern München mit nur vier kassierten Treffern in der Hinrunde einen neuen Rekord aufgestellt

Wer an die Dominanz des FC Bayern München in der Bundesliga denkt, dem schweben zuerst die großen Namen in der Offensive vor: Robben, Ribery, Götze und Co. Ein wesentlicher Teil des Erfolges beruht jedoch auch auf den defensiven Qualitäten des Rekordmeisters. Nur vier Gegentore hat der FCB in der gesamten Hinrunde bekommen und stellt damit seinen eigenen Rekord von sieben kassierten Treffern ein. Das Team von Pep Guardiola hat die zweite Hinrunde in Folge ohne Niederlage überstanden – auch das ist Rekord. Dabei sind mit Philip Lahm, David Alaba, Holger Badstuber und Xavi Martinez gleich vier Weltklasse-Verteidiger verletzt.

Mit Benatia und Dante stehen zwar starke Alternativen auf dem Platz, doch die stabile Defensive ist nicht nur an den Abwehrspielern festzumachen. Vielmehr trägt sie die Handschrift von Guardiola. Das Spiel mit extrem viel Ballbesitz und völliger Spielkontrolle hat er in seiner Zeit beim FC Barcelona perfektioniert und dann nach München importiert. Schon als Coach bei den Katalanen führte das zu sehr wenigen Gegentoren – Angriff ist schließlich die beste Verteidigung.

Die Philosophie des Spaniers geht aber weit darüber hinaus: Beim FC Bayern habe er immer elf Verteidiger auf dem Platz, so seine Devise. Für den ballbesitzorientierten Fußball braucht man möglichst schnell den Ball. Frühes Stören, den Gegner zu Fehlern zwingen stehen an oberster Stelle. Was bei fast jedem Team auf der theoretischen Anforderungsliste zu finden ist, bringen die Münchener Woche für Woche auf den Platz. Im Kollektiv verschiebt die Elf nach vorne, stört das Aufbauspiel des Gegners und gelangt so sehr früh in Ballbesitz. Dabei ist es Guardiolas Taktik, stets Überzahlsituationen zu schaffen – klingt simpel, wurde aber bereits in Barcelona Eckpfeiler seiner Strategie.

So entwickelte er beim FC Bayern ein Defensiv-Bollwerk: Lediglich 6,5 Chancen erspielt sich ein Bayern-Gegner im Schnitt pro Spiel – gefühlt noch weniger. Und für diese Fälle haben die Münchener ja noch Welttorhüter Manuel Neuer im Kasten, der ebenfalls einen Rekord in der Hinrunde aufstellen konnte: Noch nie blieb ein Keeper in 13 von 17 Partien ohne Gegentor.

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