Primera Division "Königliche" schießen Hildebrand ab


Bitterer Tag für Timo Hildebrand im Tor des FC Valencia: Gegen Real Madrid flogen dem deutschen Nationalkeeper die Bälle nur so um die Ohren. Gleich fünf Stück kassierte der Ex-Stuttgarter. Ein bekannter Holländer soll jetzt die Krise des spanischen Spitzenclubs beenden.

Diesen Tag wird Timo Hildebrand nicht so schnell vergessen. Bei der 1:5-Pleite seines Teams vom FC Valencia im Spitzenspiel der spanischen Fußball-Liga gegen Real Madrid flogen dem deutschen Nationaltorwart die Bälle buchstäblich um die Ohren. Reals Trainer Bernd Schuster konnte es sich selbst nicht erklären, dass seine Elf ausgerechnet in einem der schwersten Auswärtsspiele der Saison einen Kantersieg landete. "Das muss ich mir auf Video ansehen", sagte der Coach. "Ich bin selbst überrascht, wie wir das zu Stande gebracht haben."

Hildebrand, der erneut den Vorzug vor dem Routinier Santiago Cañizares erhalten hatte, konnte bei den fünf Gegentreffern wenig ausrichten. Er verhinderte in einigen Szenen eine höhere Niederlage, ging dann aber mit seiner Elf in der Torflut der "Königlichen" unter. Das Drama nahm gleich nach dem Anstoß seinen Lauf: Real-Kapitän Raúl schoss nach nicht einmal einer Minute das 1:0.

Bahnfrei für Reals Stürmer

Die Valencianer, die nach der Entlassung von Trainer Quique Sànchez Flores vor drei Tagen ohnehin verunsichert waren, gerieten nun völlig durcheinander. Der unerfahrene Interimstrainer Oscar Fernàndez entblößte die Abwehr und machte den Real-Stürmern die Bahn frei. Ruud van Nistelrooy (26./36.), Sergio Ramos (29.) und Robinho (64.) produzierten die Tore wie am Fließband. Für Valencia reichte es nur zu einem Treffer von Miguel Angel Angulo (58.).

"Die Madrilenen spielten einen perfekten Fußball", meinte das Sportblatt "As". "Fünf Tore in 36 Minuten - besser geht es nicht." Das Blatt musste sogar Schuster Recht geben, der vor der Partie selbstbewusst behauptet hatte, die Madrilenen beherrschten die Konkurrenz so wie der Tennis-Star Roger Federer seine Rivalen. "Zu einem Satzgewinn fehlte allerdings noch ein Tor", witzelte das Blatt.

Sogar Metzelder versuchte sich als Stürmer

Beim Rekordmeister konnte sich sogar Innenverteidiger Christoph Metzelder als Stürmer versuchen. Der Ex-Dortmunder kam beim Stand von 2:0 wenige Meter vor dem Tor von Hildebrand frei zum Schuss, schoss aber über die Latte. "Im gegnerischen Strafraum fühlte er sich fremd", vermutete "As". Das Fachblatt "Sport" hatte eine andere Erklärung: "Metzelder hatte wohl Mitleid mit seinem Landsmann Hildebrand." Das 5:1 war Reals höchster Sieg im Mestalla-Stadion in der Geschichte der Primera División.

Beim FC Valencia, dem Champions-League-Gegner des FC Schalke 04, kommt auf den neuen Trainer Ronald Koeman viel Arbeit zu. Der Niederländer hatte kurz vor der Partie einen Vertrag über zweieinhalb Jahre mit den Hafenstädtern unterzeichnet. Koeman muss nicht nur das Team "aus dem Koma erwecken", wie die Lokalzeitung "Las Provincias" schreibt, sondern auch entscheiden, ob künftig Hildebrand oder der 37-jährige Cañizares im Tor stehen soll. Die Zeitung "ABC" berichtete, der FC Valencia könnte im Winter einen neuen Vorstoß zur Verpflichtung von Rafael van der Vaart starten. Zu Saisonbeginn waren die Spanier mit dem Versuch gescheitert, den Kapitän des Hamburger SV abzuwerben.

Hubert Kahl/DPA DPA

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