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Bundesliga im stern-Check: Nicht zu früh freuen, BVB!

Kaum gewinnt Dortmund, reden alle von der "Wende" - dabei hat's nach den Siegen gegen Gladbach und Hoffenheim auch nicht geklappt. Die berührendste Szene des Spieltags gab es in der zweiten Liga.

Zeigt wieder Zähne: Jürgen Klopp

Zeigt wieder Zähne: Jürgen Klopp

So liefen die Spiele

Hier finden Sie alle Ergebnisse, Tabellen und Highlights im Überblick.

Dieses Tor sollten Sie (nochmal) sehen

Eigentlich sind es sogar zwei: Am Samstag legte Bayerns David Alaba mit einem Traumfreistoß aus 25 Metern vor, am Sonntag zog Bremens Zlatko Junuzović mit einem Traumfreistoß aus etwas kürzerer Distanz nach. Überhaupt, Junuzović und Freistöße - was der Bremer in dieser Saison in die Winkel zirkelt ist einfach phänomenal.

In der 29. Minute traf Junuzović mit einem Traumtor zum 2:0 für Bremen

In der 29. Minute traf Junuzović mit einem Traumtor zum 2:0 für Bremen

Aufreger des Tages

Timo Hildebrand hat 2013 gegen Chelsea gezeigt, wie man sich mit einem Patzer unsterblich machen kann, und Loris Karius erwies sich am Samstag als bemühter Schüler: Der Mainzer Keeper blieb nach einem Rückpass so gemütlich, dass Herthas Valentin Stocker plötzlich ganz nahe kam. Dem Keeper blieb nur die Notbremse; der Schiri bestrafte mit Rot und Elfmeter.

Gewinner des Tages

Vier Spiele, vier Siege und der unfassbare Sprung auf Platz acht: Läuft bei Bremen. Seit Skripnik Trainer an der Weser ist, spielt die junge Mannschaft plötzlich groß auf - als hätte sie nur darauf gewartet, dass ihr endlich jemand die Angst vor Fehlern nimmt. Kein Vergleich zu dem in sich erstarrten Team, das unter Dutt wie ferngesteuert über den Rasen lief. Was auch immer Skripnik gemacht hat, er hat offenbar alles richtig gemacht. 22 Punkte aus elf Spielen sprechen eine deutliche Sprache.

Verlierer des Tages

Das Spiel Köln gegen Paderborn war so aufregend, dass die "Bild" sich spontan zu einem Video-Beweis genötigt sah:

Und tatsächlich war Geißbock Hennes' Halbzeithäufchen wohl die spannendste Szene der Partie. Verlierer des Tages sind die Zuschauer im Kölner Stadion - für sie war es schon die fünfte Nullnummer des Jahres, nur vier Tore ihrer Mannschaft bekamen sie zuhause zu sehen.

Bild des Tages

Ganz ausnahmsweise hier mal eine Szene aus der 2. Bundesliga, denn diese Geste der Spieler von FC Union Berlin war zu schön, um sie nicht zu zeigen. In der 7. Minute nutzte die Mannschaft gegen Bochum eine Spielunterbrechung, um dem an Krebs erkrankten Mitspieler Benjamin Köhler ihre Unterstützung zu zeigen: Die Spieler streiften sich Trikots mit Köhlers Nummer 7 über, entrollten ein Banner mit der Aufschrift "Eisern bleiben Benny" und wandten sich damit an die Tribüne. Dort saß der Erkrankte still und umarmte seinen Sohn.

Frage des Tages: Schafft Dortmund nun wirklich die Wende?

Ja, der BVB kann doch noch gewinnen. Und - schwupps - schreiben wieder alle von der "Wende", die er nun wohl schafft. Vermutlich denken die ersten Fans schon wieder an die Champions League, so, wie es auch nach den Siegen gegen Mönchengladbach und Hoffenheim war. Jedesmal dachte man, nun sei der Knoten geplatzt, nun kehre der BVB endlich zurück in die Normalität. Die Wettanbieter setzten weiter auf Dortmund. Jürgen Klopp wirkt noch heute manchmal so, als halte er alles für einen unglücklichen Unfall. Genau das aber hat die Spieler bisher offenbar eher verunsichert als gestärkt. Die Fans dürften dem Fußball-Gott danken, dass er ihnen mit dem SC Freiburg in dieser Situation ihren Lieblingsaufbau-Gegner auf dem Tablett serviert hat, eine Wende ist das 3:0 aber noch lange nicht. Vieles kommt nun auf das nächste Spiel gegen Mainz an. Es geht darum, wieder Sicherheit zu gewinnen. Wenn die bisherige Saison eines gezeigt hat, dann, dass ein Sieg allein diese Krise nicht beenden kann..

car

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