Nach dem Aufbruch von 14 Schließfächern in einer Bank in Stuhr nahe Bremen zeigen sich Bankkunden besorgt. „Ist eine etwas schwierige Situation“, sagt Stephan Drettmann, der dort ein Schließfach gemietet hat und in der verlassenen Filiale am Samstag verzweifelt nach Informationen sucht. „Ich bin nicht sehr entspannt.“
Einbrecher drangen am Freitagmittag laut Polizei über einen Lichtschacht in die Bank ein. Sie steuerten zielgerichtet den Raum mit den Schließfächern von Privatkunden an und öffneten gewaltsam die Tür, wie die Polizei weiter mitteilte. Dort brachen sie 14 Schließfächer auf und verschwanden mit der Beute. Von außen deutet am Samstagmittag nichts auf den Einbruch hin. Nur einige Kunden suchen nach Informationen oder möchten Geld abheben. Laut Zeugen könnte es sich um drei Täter handeln, sagte der Polizeisprecher. Sie sollen blaue Overalls getragen und vermutlich mit einem schwarzen Auto geflüchtet sein.
Nach Gelsenkirchen: Einbruch in Bankfiliale bei Bremen
Die Ungewissheit sei schwer auszuhalten, sagt der Bankkunde. „Man hofft natürlich, dass man eventuell nicht betroffen ist.“ Er habe aus der Zeitung von dem Einbruch erfahren und bisher kaum Informationen von der Bank und der Polizei bekommen. „Es ist auch nicht so ganz unerheblich, was dann weg wäre.“
In dem Raum seien mehrere Hundert Schließfächer, schätzt der Besitzer des Schließfachs. „Also werden wahrscheinlich auch so viele Leute dort jetzt in Sorge sein, ob sie betroffen sind oder nicht“, sagt der Mann. „Wir sind mit Sicherheit nicht die Einzigen.“ Die Polizei habe ihm jedoch versichert, dass nur einige Schließfächer aufgebrochen worden seien. Die Volksbank war zunächst nicht zu erreichen.
Auch ein Anwohner zeigte sich entsetzt. „Man hat's ja gerade erlebt in Gelsenkirchen“, meint der Mann. Dort brachen Einbrecher Ende Dezember mehr als 3000 Schließfächer auf und flohen mit einer Beute in Millionenhöhe. „Da hab’ ich nicht mit gerechnet, dass hier auch so was passiert“, sagt der Anwohner. „Kann man nicht glauben.“
Die Polizei ermittelt, ob die Einbrecher gestört wurden. Möglicherweise sei ihnen nicht genug Zeit für weitere Schließfächer geblieben, weil die Bankmitarbeiter wieder aus ihrer Pause zurückgekehrt seien. Eine Mitarbeiterin sei nach ihrer Pause in den Keller gegangen, habe einen beißenden Geruch und geöffnete Türen bemerkt. Ihr sei sofort unwohl gewesen.