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Reaktionen: "Panikforschung steht im Vordergrund"

Die Studie der Stiftung Warentest die Stadionbetreiber aufhorchen. Viele sind empört über die Vorgehensweise der Stiftung Warentest und können die Beanstandungen nicht nachvollziehen.

Berlin

"Das Berliner Olympiastadion war hunderte Male voll besetzt. Ich bezweifle die Vorgehensweise und bin überhaupt nicht einverstanden. Sicherheit im Stadion kann man nicht wie Staubsauger behandeln. Dazu ist das Thema zu sensibel und erregt zu viel Aufsehen. Wenn der beanstandete tiefe Stadiongraben ein Sicherheitsproblem bei einer möglichen Massenpanik darstellt, dann erfüllt er bis auf diesen Fall doch auch sinnvolle Funktionen. Im Notfall ist man vorbereitet, rollen Brücken ran, die zur Flucht genutzt werden können. Zudem glaube ich, das Olympiastadion ist sehr großzügig gebaut und hat sehr breite Durchgänge. Ausländische Besucher äußern sich oft anerkennend und erstaunt darüber." (Bernd Schiphorst, Präsident von Fußball-Bundesligist Hertha BSC)

"Das WM-Motto heißt ja nicht: Zu Gast bei Stiftung Warentest." (Der Chef der Betreibergesellschaft im Berliner Olympiastadion, Peter von Luebbecke, am Dienstag über das WM-Motto "Die Welt zu Gast bei Freunden" nach der Veröffentlichung der Sicherheits-Untersuchung durch die Stiftung Warentest)

Frankfurt

"Manchmal lassen sich Baurecht und Sicherheitsdenken nicht auf eine Linie bringen. Die Stiftung Warentest stellt die Panikforschung zu sehr in den Mittelpunkt. Die normale Nutzung eines Stadions wird dabei vernachlässigt. Wir halten die Studie aber für konstruktiv." (Patrick Meyer, Geschäftsführer Frankfurter Stadionbetreiber)

Hannover

"Wir sind froh, dass die AWD-Arena in Hannover zu den besten Stadien gehört. Gleichwohl bin ich nicht glücklich über die Vorgehensweise der Stiftung Warentest. Ihre Beanstandungen richten sich weniger an die Stadionbetreiber als an den Gesetzgeber, nach dessen Vorschriften und Regeln die WM-Arenen gebaut worden sind. Dennoch nehmen wir die Dinge ernst. Wo wir nicht regelkonform sind, werden wir nachbessern." (Karl-Heinz Vehling, Stadion-Chef Hannover)

"Wunderbar, prima. Wir sind rundum zufrieden. Die Stadionbetreiber in Hannover haben ihre Schulaufgaben gut gemacht. Ich hatte allerdings auch nichts anderes erwartet. Wir sind ja schon beim Confederations Cup im Vorjahr genz genau unter die Lupe genommen worden." (Karl Rothmund, Geschäftsführer WM-OK Hannover)

Leipzig

"Die Sicherheit der Besucher des Zentralstadions Leipzig hatte von den ersten Planungen bis zu den letzten Handgriffen des Stadionbaus immer allererste Priorität. Schon in die ersten Planungen waren Sicherheitsexperten aller Disziplinen eingeschaltet. Die Baumaßnahmen sind in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Behörden sowie den Sicherheitsexperten von Polizei, Grenzschutz, Feuerwehr und Rettungseinrichtungen durchgeführt worden und sind kontinuierlich überwacht und überprüft worden. Schon Ende 2004 wurde das Zentralstadion von allen Instanzen (TÜV, Versicherungen, Bauordnungsamt, Brandschutz, etc.) mängelfrei abgenommen. Trotzdem nehmen wir die Anmerkungen zu den Sicherheitsfragen der Stiftung Warentest sehr ernst. Wir werden schnellstmöglich einen Termin mit allen Experten einberufen, um die Anmerkungen auf Stichhaltigkeit zu überprüfen. Dort wo sinnvolle Verbesserungsmöglichkeiten angebracht sind, werden wir sie auch realisieren." (Wilfried Lonzen, Geschäftsführer der Betreibergesellschaft Leipzig)

Köln

"Wir haben ein hervorragendes und sicheres Stadion. Schon in der Planungsphase haben wir der Sicherheit einen hohen Stellenwert eingeräumt, damit wir eben für solche Weltereignisse wie die WM gut gerüstet sind. Das hat sich jetzt ausgezahlt." (Fritz Schramma, Oberbürgermeister von Köln)

Hamburg

"Wir sind uns unserer großen Verantwortung bewusst und nehmen jede konstruktive Kritik und Verbesserungsvorschläge ernst." (Kurt Krägel, Leiter der Arena Hamburg)

DPA / DPA

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