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Red Bull Salzburg blamiert sich gegen Düdelingen: Rangnicks Start wird zur Schmach

Ralf Rangnick ist als neuer Sportdirektor von Red Bull Salzburg angetreten, um den Club endlich auch auf europäischer Ebene zu etablieren. Jetzt ist der GAU eingetreten.

Von Klaus Bellstedt

Was muss das für eine Nacht für Ralf Rangnick, den neunen Sportdirektor von Red Bull Salzburg, gewesen sein? Aus in der zweiten Runde der Champions-League-Qualifikation. Gegen Düdelingen. Gegen wen? Gegen Düdelingen! Den Meister aus Luxemburg. Eine No-Name-Truppe mit Spielern wie Aurelien Joachim, Thierry Steinmetz und Bryan Melisse. Schon das Hinspiel verloren die Roten Bullen auf dem Dorf mit 0:1. Am Dienstagabend gewann Salzburg zwar mit 4:3, schied aber aufgrund der Auswärtstorregel dennoch aus. Für den Club ist das ein Desaster. Ein Fiasko. Auch für Ralf Rangnick.

Eine Burn-Out-Erkrankung hatte dessen Karriere im vergangenen September gestoppt. Seine damalige Trainer-Tätigkeit beim FC Schalke musste er abbrechen. Im Juni 2012 kehrte der 54-jährige schließlich ins Fußball-Business zurück. Nach über 25 Jahren als Trainer heuerte Rangnick als Sportdirekter bei Red Bull an. Für gleich zwei Clubs, Salzburg und Leipzig. Er trat seinen neuen Job so an, wie man es von ihm kennt: ehrgeizig, hoch ambitioniert - und mit Visionen.

Alltag Regionalliga Nordost

"Der Idealfall irgendwann einmal ist, dass beide Vereine auf höchstem Niveau spielen. Unter einer Überschrift", sagte er noch vor wenigen Tagen bei einer Presserunde zu österreichischen Journalisten. Und Rangnick scheute sich auch nicht, konkrete Ziele zur formulieren: "Was in Hoffenheim möglich war (innerhalb von zwei Jahren Aufstieg von der dritten in die erste Liga, Anm. der Red.), ist auch in Leipzig möglich. Wenn wir an den richtigen Dingen gemeinsam arbeiten, dann ist es für mich keine Frage, ob Leipzig in der Bundesliga spielen wird, sondern nur wann."

Nur kurz zur Erinnerung: RB Leipzig verpasste zuletzt (mal wieder) den Aufstieg in die dritte Liga. Der Alltag heißt auch in der neuen Saison Regionalliga, dieses Mal in der neu geschaffenen Staffel Nordost. Gegen Teams wie Plauen, Meuselwitz oder Halberstadt. Klingt hart. Rangnick steht vor allem in Leipzig vor einem Berg voll Arbeit.

Red Bull Salzburg ist in Österreich schon eine große Nummer. In der abgelaufenen Saison holte die Mannschaft das Double aus Meisterschaft und Pokal. Der Club ist das Prestigeobjekt von Dietrich Mateschitz. Auch am Dienstagabend bei der Blamage gegen Düdelingen saß der Red-Bull-Boss auf der Tribüne der Arena in Wals-Siezenheim bei Salzburg. Mateschitz will mit seinem Lieblingsspielzeug endlich auch auf europäischer Ebene erfolgreich sein. Champions League heißt das Zauberwort. Auch dafür hat er Ralf Rangnick geholt. "Herr Mateschitz möchte überall der beste sein, das kann ich nachvollziehen", sagte der neue Sportdirektor bei seiner Vorstellung vor ein paar Wochen.

International bedeutungslos

In ihren Träumereien ähneln sich die beiden starken Männer aus dem Fußballreich von Red Bull. Und das Duo darf jetzt weiter träumen. Aber das allein ist es nicht. Das Aus gegen Düdelingen ist der Tiefpunkt von sieben Jahren Red-Bull-Fußball. Die Salzburger verabschiedeten sich nicht nur aus der Champions-League-Qualifikation, sondern verschwinden jetzt vollends von der internationalen Bühne. Auch ein Start in der Europa League ist nicht mehr möglich. Das nennt man dann international bedeutungslos. Genauso wie RB Leipzig auf nationaler Ebene.

Für den akribischen Fußballfachmann Ralf Rangnick ist das ein schwerer Rückschlag zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt gleich zu Beginn seines Engagements.

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