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Revolution im Fußball: Das müssen Sie über die neue Nationenliga wissen

Die Uefa vergibt einen weiteren Titel für Nationalmannschaften: Ab 2018 soll die Nationenliga starten. Was das ist, und warum die Liga eingeführt wird - die wichtigsten Infos im Überblick.

Von Felix Haas

Eine Nationenliga, was soll das sein?

Die Uefa hat bestätigt: Die Nationenliga kommt. Sie ist ein neues Format für Nationalmannschaften in Europa. Der Wettbewerb soll alle zwei Jahre in Spielzeiten ohne großen Titel, sprich EM oder WM, ausgetragen werden. Die Uefa verspricht sich einen zusätzlichen Titelkampf. Uefa-Präsident Michel Platini sagte: "Das ist eine sehr wichtige Entscheidung für die Zukunft des Fußballs."

Wann startet die Liga?

Die Nationenliga soll erstmals nach der WM 2018 ausgespielt werden. Geplant sind Spiele von September bis November 2018. Ein Turnier mit den besten Mannschaften, die um den Titel der Nationenliga spielen, ist dann für Sommer 2019 geplant.

Wie soll die Nationenliga funktionieren?

Wie genau gespielt wird, ist noch nicht ganz klar. Ein Komitee unter dem Vorsitz von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach soll den Wettbewerb ausarbeiten. Bislang gibt es folgenden Plan: Es soll in vier Gruppen gespielt werden. Diese sind nach Länderkoeffizienten unterteilt. Das hieße: Die stärksten Nationalmannschaften spielen bereits in der Gruppe gegeneinander. Deutschland könnte dort beispielsweise auf Spanien treffen.

Was können die Teams erreichen?

Der Wettbewerb wird ein Auf- und Abstiegssystem umfassen. Die Teams haben also den Anreiz, in eine höhere Gruppe zu kommen oder im besten Fall um den Titel in der Nationenliga zu spielen. In der Endphase sollen dann die vier Gruppensieger der höchsten Stärkeklasse gegeneinander antreten.

Kann man sich über die Nationenliga für die EM qualifizieren?

Ja, vier nicht für die EM 2020 qualifizierte Mannschaften aus der Nationenliga sollen die Chance auf die Play-Off-Teilnahme für die EM erhalten. Die üblichen Qualifikationsgruppen bleiben aber bestehen.

Was will die Uefa mit der Liga bezwecken?

Die Partien der Nationenliga sollen die meisten der bislang angesetzten Freundschaftsspiele ersetzen. Hintergrund ist, dass die Freundschaftsspiele in vielen Ländern an Zuschauerinteresse verloren haben. Die Uefa verspricht sich also, Spiele von Nationalmannschaften insgesamt aufzuwerten, weil ein Wettbewerbscharakter für mehr Interesse und Aufmerksamkeit sorgen soll. Zudem wird die Sommerzeit ohne großes Turnier mit einem neuen Format besetzt. Es wird daher in Zukunft in jeder Sommerpause ein Fußballturnier für Nationalmannschaften geben.

Was hält der Deutsche Fußball-Bund davon?

Der DFB hat der neuen Nationenliga zugestimmt, allerdings mit Bedenken. "Ich verhehle nicht, dass wir im gesamten Verlauf der Diskussion die Bedenken des DFB gegen die Nations League hinterlegt haben", sagte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, "Wir folgen dieser Entwicklung aus Gründen der Solidarität." Für den neuen Wettbewerb habe es eine Mehrheit gegeben, weil "in nahezu allen europäischen Ländern die Freundschaftsspiele an Interesse und Wert verloren haben". Das Problem habe der DFB nicht.

Was sagt die Bundesliga?

Die Deutsche Fußball Liga kritisiert die Einführung massiv. "Insbesondere in der Endphase der nationalen und internationalen Club-Wettbewerbe sind Vereinen und Spielern zusätzliche Belastungen nicht zumutbar", sagte Liga-Präsident Reinhard Rauball. Der Dachverband der deutschen Proficlubs stört sich auch daran, "dass dieses Thema in Astana ohne Vorankündigung auf die Tagesordnung gekommen ist". Es gebe aus Sicht der Vereine noch "einige Punkte, die es zu berücksichtigen gilt", betonte Rauball.

mit Agenturen

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