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Trump-Parodie auf PK Warum Rot-Weiß Essen eine Mauer an der Grenze zu Gelsenkirchen bauen will

Rot-Weiß Essen
Gottfried Würzer stellte sich als Pressesprecher von Rot-Weiß Essen vor - in Wahrheit handelt es sich um den Schauspieler Sven Seeburg
© Screenshot Youtube/Rot-Weiß Essen
Beim Fußball-Regionalligisten Rot-Weiß Essen soll ab sofort ein ganz anderer Wind wehen. Dies hat zumindest ein bislang völlig unbekannter Pressesprecher des Vereins auf einer Pressekonferenz verkündet.

Anlässlich seines 110. Geburtstages hatte der Fußball-Regionalligist und Traditionsverein Rot-Weiß Essen zu einer Pressekonferenz geladen. Es gab anscheinend Großes zu verkünden, als sich ein den Journalisten bislang völlig unbekannter Mann als neuer Pressesprecher des Vereins vorstellte: Gottfried Würzer sei sein Name, und ab sofort herrsche rund um RWE ein neues Verhältnis zwischen Verein und Medien.

Der sehr ungeduldig wirkende Würzer stellte auf schroffe Art gleich mal etwas richtig: Über die Zuschauerzahlen sei nicht wahrheitsgemäß berichtet worden, der kolportierte Schnitt von 7700 sei falsch, dies würden "alternative Fakten" belegen - vielmehr würde kein Verein der 2. oder 3. Liga mehr Fans begrüßen als Rot-Weiß im Stadion Essen. "Diesbezüglich haben wir sogar einen Europacup-Platz in der Bundesliga", so Würzer.

Rot-Weiß Essen: "Damit ist jetzt Schluss!"

Des weiteren habe der Aufsichtsrat des Klubs beschlossen, eine Mauer an der Grenze zu Gelsenkirchen zu errichten. Es sei Fakt, dass immer mehr Gelsenkirchener Fans auf den Weg über die Stadtgrenze kämen, und im Stadion an der legendären Hafenstraße den Essener Fans Sitz- und Stehplätze wegnehmen. Auch die Anfahrtswege seien deswegen verstopft, aber: "Damit ist jetzt Schluss!", so Würzer. Die Kosten für den Bau der Mauer werde übrigens der FC Schalke 04 tragen müssen.

Außerdem habe "eine Untersuchung abhängiger Experten" ergeben, dass die Straftaten rund um die Heimspiele von Rot-Weiß Essen "von einer nicht nicht zu benennenden Zahl" von Blue-Jeans-Trägern begangen würden. Ab sofort werde Blue-Jeans-Trägern deshalb der Zutritt zum Stadion verwehrt. Diese Maßnahme sei zunächst auf 90 Tage befristet.

Ein Statement für die Pressefreiheit

Spätestens jetzt musste auch dem gutgläubigsten Zuhörer die Namensähnlichkeit zwischen Würzer und Donald Trumps Pressesprecher Sean Spicer auffallen. Die Auflösung folgte prompt: Bei Gottfried Würzer handelte es sich tatsächlich um Sven Seeburg, Theaterschauspieler am Schauspiel Essen. Der Verein und das Ensemble wollten mit der Aktion ein Statement für die Pressefreiheit setzen. Auch über Rot-Weiss Essen werde manchmal kritisch oder gar negativ berichtet, worüber man sich im Verein durchaus ärgere: "Aber dies immer geprägt von Fairness, Respekt und hoher Wertschätzung gegenüber den Vertretern der Presse", so der RWE-Vorsitzende Michael Welling.

Die komplette PK im Video:

tim

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