Rummenigge-Interview Englische Verhältnisse drohen


Karl-Heinz Rummenigge hat im Interview mit stern.de Veränderungen am bestehenden Bundesliga-Spieltagsmodell nicht ausgeschlossen. Ob die "Sportschau" in Zukunft weiter existiere, sei eine Frage des Geldes, so Rummenigge. Jürgen Klinsmann stellte der Bayern-Boss in einer wichtigen Frage einen Freifahrtschein aus.
Von Klaus Bellstedt

Im Zuge der Vergabe der TV-Rechte der Fußball-Bundesliga wird von der Saison 2009/2010 an eine Zerstückelung der Spieltage immer wahrscheinlicher. Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsboss des FC Bayern, schloss am Rande der Sportartikelmesse ISPO in München gegenüber stern.de Veränderungen am bestehenden Spieltagsmodell nicht aus: "Ich weiß da ein bisschen mehr, aber das möchte ich im Moment nicht kundtun.

Die Dinge sind noch nicht zu Ende diskutiert, ein Vorgreifen meinerseits wäre nicht geschickt", so Rummenigge vielsagend. Die Privatsender RTL und Sat.1 hatten gegenüber der Deutschen Fußball Liga (DFL) großes Interesse an einem Livespiel sowohl am frühen Sonntagabend als auch am Samstag bekundet. Sollte dieses Szenario umgesetzt werden, dann würden den Fußball-Fans in Deutschland in Zukunft englische oder spanische Verhältnissen bevorstehen. Ob die Sportschau ab der Saison 2009/2010 weiter die Bundesliga übertragen wird, ist für Rummenigge eine Frage des Geldes: "Ich bin grundsätzlich immer ein Freund der Sportschau gewesen. Letztlich wird sich zeigen, wie viel der Sportschau das Vergnügen weiterhin wert sein wird. Es ist also eher eine Frage an die ARD als an die Deutsche Fußball Liga", sagte Rummenigge im Gespräch mit stern.de.

"Klinsmann hat alle Macht"

Die Gründung der neuen europäischen Club-Vereinigung ECA (European Club Association) bewertete Rummenigge durchweg positiv: "Durch die ECA wird die Fußballfamilie wieder zusammengeführt. Wichtig für die Clubs ist, dass in Zukunft die Nationalmannschaftsspieltage entzerrt werden." Laut Rummenigge erhalten die Vereine für die Abstellungen ihrer Spieler bei Endturnieren wie Europa- und Weltmeisterschaften schon bald angemessene Zahlungen. Eine Summe von 4000 Euro pro Tag pro abgestellten Spieler ist im Gespräch. Das verriet Werders Vorsitzender der Geschäftsführung, Jürgen L. Born, im Gespräch mit werder.de. Rummenigge, der die treibende Kraft bei der Verpflichtung von Jürgen Klinsmann als neuer Trainer beim FC Bayern gewesen sein soll, betonte ausdrücklich, dass es sich in dieser Frage um keinen "Alleingang" gehandelt habe: "Das war eine gemeinsame Entscheidung des Vorstandes." Wer Co-Trainer von Klinsmann werde, darüber entscheide der neue Coach allein. "Er trifft die Entscheidung, da werden wir uns nicht einmischen", sagte Rummenigge, der die zukünftige Machtverteilung an der Isar eindeutig zweideutig beantwortete: "In der Co-Trainer-Frage hat er alle Macht." Und in welcher nicht? "Das wird man sehen." Ein Szenario, das vorsieht, dass Klinsmann bei ausbleibendem Erfolg in der Rückrunde schon eher inthronisiert werden könne, existiert laut Rummenigge nicht. "Das ist nicht diskutiert worden und das haben wir auch nicht vor. Ottmar Hitzfeld hat unser vollstes Vertrauen."


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