Schmiergeld-Affäre Wildmoser muss Millionenstrafe zahlen

Zur Kasse bitte: Im Skandal um den Bau der Münchner Allianz Arena soll Karl-Heinz Wildmoser junior nun 2,8 Millionen Euro an die Betreiber zahlen - genau die Summe, die er als Provision von der Baugesellschaft erhalten hatte.

Nach dem Schmiergeldskandal um den Bau der Münchner Allianz Arena soll Karl-Heinz Wildmoser junior 2,8 Millionen Euro plus Zinsen an die Stadiongesellschaft zahlen. Das entschied eine Zivilkammer des Landgerichts München II. Die Allianz Arena hatte das Geld von ihrem ehemaligen Geschäftsführer gefordert. Wildmoser hätte das Geld, das er während seiner Geschäftsführertätigkeit von der Baugesellschaft Alpine erhalten hatte, an die Stadiongesellschaft als seinen Arbeitgeber weitergeben müssen. Wildmosers Anwalt Peter Gauweiler kündigte Berufung an.

Der 42-jährige Wildmoser habe mit dem Bauunternehmen Alpine die Zahlung von 2,8 Millionen Euro im Januar 2002 vereinbart. Damals war er Geschäftsführer der Stadiongesellschaft, die Entscheidung über die Vergabe des Auftrags an die Alpine sei aber noch nicht gefallen gewesen, argumentierte das Gericht. Er müsse deshalb das durch seine Tätigkeit als Geschäftsführer erlangte Geld an die Stadiongesellschaft herausgeben.

Provision oder Schmiergeld?

Die Kammer ging nicht auf die Frage ein, ob die gezahlte Summe eine Provision war, wie Wildmoser behauptet, oder ein Schmiergeld, wovon die Staatsanwaltschaft ausgeht. "Das strafrechtliche Urteil war nicht Gegenstand unserer Entscheidung", betonte der Vorsitzende Richter Martin Rieder. Wildmoser lehnte das Urteil als "unverständlich" ab.

Wildmoser war im vergangenen Mai vom Landgericht München I wegen Bestechlichkeit und Untreue im besonders schweren Fall zu viereinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und gegen Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden. Auch hier hat die Verteidigung Rechtsmittel eingelegt, mit einer Entscheidung rechnet sie im Herbst. Alpine-Chef Dietmar Aluta-Oltyan wurde im Januar wegen Bestechung zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt, dieses Urteil ist bereits rechtskräftig.

DPA DPA

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