Sex-Skandal "Bis zum Geschlechtsverkehr"


Seit einer Woche erschüttert der Sex-Skandal beim Fußball-Club FC Thun die Schweiz. Mehrere Spieler des Erstligisten sollen sich an einer 15-Jährigen vergangen haben. Auf seiner Internetseite hat der Verein jetzt jene Spieler bekannt gegeben, die nicht in den Sex-Skandal involviert sind - die Schuldigen werden nicht genannt.
Von Klaus Bellstedt

Vor exakt sieben Tagen sickerten die ersten Details des Sex-Skandals (stern.de berichtete) von Thun durch. 21 Männer wurden festgenommen, darunter zwölf aus dem aktuellen und ehemaligen Kader des Schweizer Traditionsclubs. Sie sollen Sex mit einer 15-Jährigen gehabt haben. Eine Woche wurde gemunkelt, wer von den Spielern in den Fall verwickelt ist und wer nicht. Es wurde wild spekuliert, während des Trainingsbetriebs schaute jeder der Akteure mit Argwohn auf den anderen - zumal in der Zwischenzeit immer mehr Details an die Öffentlichkeit gerieten. Ein unerträglicher Zustand für alle Beteiligten.

18 Namen umfassende Liste

Am Dienstag nun ging der Club selber in die Offensive. "Seit einer Woche stand der FC Thun unter Generalverdacht, da nicht bekannt war, wer in welcher Form in die Untersuchung involviert ist und wer nicht", heißt es auf der Internetseite des Vereins. Nach klubinternen Abklärungen könne der FC Thun nun jene Spieler des 26 Mann umfassenden Kaders der 1. Mannschaft nennen, bei welchen nach heutigem Kenntnisstand davon ausgegangen werden könne, dass sie von der Kantonspolizei Bern weder abgeholt oder festgenommen, noch von der zuständigen Untersuchungsbehörde befragt worden seien. Auf der Internetseite folgt dann eine 18 Namen umfassende Liste.

Das Kuriose daran: Der FC Thun will nicht die Schuldigen nennen: "Da der FC Thun nicht Partei ist und daher auch keine Akteneinsicht hat, kann er nach heutigem Kenntnisstand und zum jetzigen Zeitpunkt keine Verdächtigten nennen. Zu ehemaligen Spielern des FC Thun gibt die Klubleitung keine Stellungnahme ab", heißt es weiter auf der Internetseite. Wirklich reinen Tisch machen, ist was anderes...

Von Zugenküssen bis zum Geschlechtsverkehr

Klar ist dagegen Folgendes: Im Zusammenhang mit dem Sex-Skandal wurde am Dienstag gegen sechs aktuelle und drei ehemalige Spieler des Vereins ein Strafverfahren eröffnet. Das teilten das Untersuchungsrichteramt IV Berner Oberland und die Kantonspolizei Bern mit. Die übrigen Personen seien teils dem Umfeld einzelner Spieler beziehungsweise eines Mädchens zuzuordnen.

Die meisten Angezeigten hätten zugegeben, mit dem Mädchen sexuelle Handlungen begangen zu haben. Die rechtlich relevanten Vorwürfe reichen von Zungenküssen bis zum vollzogenen Geschlechtsverkehr. Gegen vier weitere Spieler, die ebenfalls befragt wurden, wurde kein Strafverfahren eingeleitet, weil gegen sie nach heutigem Kenntnisstand kein Verdacht auf strafbare Handlungen besteht. stern.de wird weiter über den Fall berichten.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker