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Skandal: Zidane gedopt?

Schock im Doping-Prozess gegen Juventus Turin: Der Weltfußballer 2003, Zinedine Zidane, gab zu, während seiner aktiven Zeit in Turin regelmäßig mit Kreatin behandelt worden zu sein.

Eine Aussage des Weltfußballers 2003 sorgt für Wirbel: Real Madrids Fußballstar Zinedine Zidane hat im Dopingprozess gegen Juventus Turin die regelmäßige Einnahme von Kreatin zugegeben. "Wenn wir mehr als ein Spiel in der Woche hatten, nahm ich bei Juve zwei Gramm Kreatin in der Spielpause", sagte der französische Nationalspieler am Montag Richter Casalbore in Turin. Nach Aussage des Mittelfeldstars habe ihm Juve-Teamarzt Prof. Riccardo Agricola das Kreatin verabreicht, berichtete das italienische Fernsehen. Agricola und Juve-Generaldirektor Antonio Giraudo wirft Staatsanwalt Raffaele Guariniello vor, Spielern zwischen 1994 und 1998 verbotene oder gesundheitsschädliche Mittel verabreicht zu haben.

Kreatin nicht auf Dopingliste

Vor Gericht betonte Zidane, dass er nur bei Juve mit Kreatin behandelt worden sei. "Vorher und nachher ist mir das nie passiert", sagte der Welt- und Europameister. "In Italien habe ich 70 Spiele pro Jahr gemacht, da waren auch Infusionen nötig", erklärte Zidane. Unmittelbar vor den Spielen habe man ihm im Hotel diese Infusionen verabreicht. Das leistungsförderne Mittel Kreatin ist auch als "Muskelturbo" bekannt. Richtig dosiert, bewirkt es wahre Wunder beim Muskelaufbau. Es steht aber nicht auf der offiziellen Dopingliste.

Neben Zidane sagte am Montag auch der frühere Juve-Star Gianluca Vialli vor Gericht aus. Er warf der Justiz vor, Spieler zu Unrecht wie Kriminelle zu behandeln. Außer Zidane und Vialli will Staatsanwalt Guariniello insgesamt rund 150 Personen vorladen, darunter den amtierenden Präsidenten des italienischen Fußballverbands (Figc), Franco Carraro. Der Urteilsspruch wird in Turin für diesen Sommer erwartet.

Italien Paradies für Apotheken?

Auslöser für den Dopingprozess gegen die Juve-Funktionäre waren die Vorwürfe des tschechischen Trainers Zdenek Zeman, der 1998 Juve- Stars wie Alessandro del Piero "unnatürliche Muskelzuwächse" unterstellt hatte. Ganz allgemein hatte Zeman damals einen systematischen Medikamentenmissbrauch im Profi-Fußball angeprangert. Sein Vorwurf, der gesamte italienische Fußball sei zu einem Gewerbe für Apotheker und Pharamakonzerne geworden, traf die Öffentlichkeit ins Mark.

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