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EM 2021 Geniestreich und Elfer-Wahnsinn: Gareth Bale schockt und verzückt zugleich

EM 2021: Gareth Bale jagt den Ball vom Elfmeterpunkt über das Tor der Türken
Im Spiel gegen die Türkei hatte Gareth Bale das 2:0 auf dem Fuß. Doch er jagte den Ball in den Himmel von Baku. Mit seinen beiden Assists hatte er dennoch entscheidenden Anteil am Sieg seiner Drachen.
© Darko Vojinovic / Getty Images
Zwei Assists und ein kläglich verschossener Elfmeter. Im Spiel gegen die Türkei lagen Genie und Wahnsinn beim walisischen Superstar Gareth Bale einmal mehr dicht beieinander.

Gareth Bale ist unbestritten einer der besten Fußballer der Welt. Mehr als 100 Millionen Euro sollen bei seinem Wechsel zu Real Madrid 2013 nach Tottenham geflossen sein. 80 Tore erzielte der mittlerweile 32-jährige Waliser für die Königlichen. Doch seit einigen Jahren stottert es im genialen Getriebe des verletzungsanfälligen Offensivkünstlers. In Madrid spielte er unter Ex-Trainer Zinedine Zidane nur noch eine untergeordnete Rolle. Er beschwerte sich öffentlich und wurde dafür vom Franzosen durch Missachtung gestraft. Überhaupt fiel Bale zuletzt eher durch Disziplinlosigkeit als durch seine fußballerische Klasse auf. Mittlerweile kickt Bale zum zweiten Mal in seiner Karriere bei den Tottenham Hotspurs in der Premier League. Doch auch hier blieb er in der abgelaufenen Saison weit unter seinen Möglichkeiten.

"Keinen Spaß am Fußball": Boateng und Kuntz kritisieren Bale

Bei der Fußball-EM will Bale es seinen Kritikern noch einmal beweisen. Der Ex-Schalker Kevin Prince Boateng spekulierte im ARD-EM-Studio, Bale habe keinen Spaß mehr am Fußball. Auch Stefan Kuntz, Erfolgstrainer der U21-Bubis, ließ kein gutes Haar am Nationalheld der Waliser. Doch der will seinen Kritikern zeigen, dass er immer noch zu den besten Kickern der Welt gehört. Auf der ganz großen Bühne und im Trikot seines Heimatlandes. Im Auftaktspiel gegen die Schweiz führte er die "Drachen" zum ersten Mal als Kapitän aufs Feld. Es werde ein Höhepunkt in seiner Karriere sein, so Bale vor der Partie, die etwas überraschend 1:1 endete. Bale blieb über weite Strecken blass.

Offenbar hatte er sich die genialen Momente für das Spiel gegen die Türkei aufgehoben. Denn im zweiten Gruppenspiel avancierte Bale zum Mann des Abends. Gleich zwei Mal setzte er Aaron Ramsey mit seinem Zauberfüßchen so ein, dass der allein vor dem türkischen Torwart stand. Den dritten Traumpass seines Kapitäns verwandelte Ramsey dann zum 1:0. Nach dem Seitenwechsel hätte Bale seine Leistung mit einem eigenen Tor krönen können. Doch der Edeltechniker versagte vom Punkt. Kläglich setzte er den Ball im Stile von Uli Hoeneß über das Tor Richtung Tribüne und vergrub das verschwitzte Antlitz sogleich in seinen Händen. Und beinahe wäre der Fehlschuss des walisischen Nationalhelden von den ansonsten harmlosen Türken bestraft worden.

Uefa kürt Bale zum "Star of the Match"

Doch einen genialen Moment hatte Bale noch im Köcher. In der Nachspielzeit vernaschte er die schwachen türkischen Verteidiger an der Grundlinie und legte auch den 2:0-Endstand auf. Auch wenn ihm sein ersten Tor für Wales seit fast zwei Jahren verwehrt blieb: Die Uefa kürte Bale trotz des versiebten Elfmeters verdient zum "Star of the Match". Mit vier Punkten ist die Tür zum Achtelfinale für Bale und seine Drachen nun ganz weit auf. Und für alle, die sich nicht erinnern können: Bei der letzten EM vor fünf Jahren scheiterte Wales erst im Halbfinale am späteren Europameister Portugal. Mit einem glänzend aufgelegten Gareth Bale, der in Frankreich drei Tore erzielte.

js

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