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USA Hany Mukhtar – der deutsche Fußballstar, den hier kaum jemand auf der Rechnung hat

Hany Mukhtar jubelt über ein Tor
Hany Mukhtar jubelt über ein Tor
© USA TODAY Network / Imago Images
In der US-Fußballliga MLS ist Hany Mukhtar ein Star, gerade wurde er zum wertvollsten Spieler der Saison gewählt. In Deutschland ist der 27-Jährige nur wenigen ein Begriff – obwohl seine Karriere sehr verheißungsvoll begann. Daran will Mukhtar jetzt wieder anschließen.

Die reinen Zahlen sind beeindruckend: Torschützenkönig mit 23 Toren in 33 Spielen, dazu sieben Torvorlagen. An deutlich mehr als der Hälfte der Treffer seines Teams war er direkt beteiligt. In den letzten 25 Spielen insgesamt 21 Mal erfolgreich gewesen. Dennoch kennt den Namen des deutschen Fußballers, der sich aktuell in solch bestechender Form befindet, hierzulande kaum jemand: Hany Mukhtar.

Das liegt vor allem daran, dass der 27-Jährige nicht bei einem Bundesligaverein spielt, sondern in den fernen USA. In der dortigen Fußballliga MLS aber ist Mukhtar einer der Top-Stars – und das obwohl auch so große Namen wie Gareth Bale oder Gonzalo Higuain in der gleichen Liga spielen. Kürzlich wurde dem gebürtigen Berliner sogar die größte Ehre im US-Sport zuteil: Er wurde zum "MVP" der MLS gewählt, zum wertvollsten Spieler der Saison. 

"MVP" in den USA: Hany Mukhtar schreibt Geschichte

Das haben vor ihm nur zwei andere Deutsche in den US-Profiligen geschafft: Basketballer Dirk Nowitzki in der NBA und der Eishockey-Spieler Leon Draisaitl in der NHL. "Es ist der größte Moment in meiner Karriere", freute sich Mukhtar und erklärte in der "Bild"-Zeitung, die Auszeichnung mache ihn "unheimlich stolz". Mit seinen Toren und Vorlagen hat Mukhtar, der für seinen Verein Nashville SC meist im offensiven Mittelfeld oder als hängende Spitze aufläuft, sich in Übersee einen Namen gemacht. In Deutschland ist er ein weitgehend unbeschriebenes Blatt: Der Offensivmann spielte in der Jugend für Hertha BSC, wechselte aber schon mit 19 Jahren nach Portugal zu Benfica Lissabon. Nach dreieinhalb Jahren bei Bröndby Kopenhagen zog es ihn in die USA.

Die Entscheidung, 2020 nach Nashville zu wechseln, fiel ihm jedoch alles andere als leicht, da der Klub eben erst das Franchise für die US-Profiliga erhalten hatte, erzählte er "Transfermarkt.de": "Als sie mich anriefen, spielten sie noch nicht in der MLS und hatten nur einen Spieler." Auch dank der starken Leistungen von Mukhtar hat Nashville in dieser Saison in der Western Conference Platz vier und damit die Play-offs erreicht. Dort scheiterte das Team allerdings schon in der ersten Runde an Los Angeles Galaxy.

U-19-Europameister – und dann lange nichts

Während er in den USA gefeiert wird, ist Hany Mukhtar in Deutschland weitestgehend ein Unbekannter. Dabei hat er bereits ein durchaus wichtiges Tor im DFB-Trikot geschossen: 2014 erzielte er im Finale der U-19-EM gegen Portugal das 1:0-Siegtor. Zu seinen Teamkollegen gehörten damals unter anderem Joshua Kimmich und Julian Brandt, die heute mit Bayern München und Borussia Dortmund Champions League spielen. Die Karriere von Mukhtar hingegen stagnierte. Er kam noch auf drei U-21-Länderspiele für Deutschland und insgesamt 17 Bundesligaspiele mit Hertha BSC, dann verschwand er in der Versenkung.

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Der Traum von Katar erfüllt sich nicht

Bis jetzt. Angesichts seiner überragenden Form wurde der Sohn einer deutschen Mutter und eines sudanesischen Vaters schon als möglicher Kandidat für die WM in Katar gehandelt. Solche Diskussionen kommen vor großen Turnieren schnell auf, Überraschungen im Kader sind auch immer möglich, Mukhtar steht aber nicht im vorläufigen WM-Kader von Bundestrainer Hansi Flick, der 55 Spieler umfasst. Noch geht der Traum also nicht in Erfüllung – auch wenn Mukhtar im "Kicker" erklärt hatte, dass er dafür "nach Katar rennen" würde.

Aber wie sieht es dann mit einem Wechsel in die Bundesliga aus? Dort könnte sich der 27-Jährige definitiv nachhaltiger ins Sichtfeld des Bundestrainers spielen. Vorerst hat sich Mukhtar dagegen entschieden und seinen Vertrag in Nashville bis 2025 verlängert. Seine Begründung: "Ich habe in meiner Karriere gelernt, dass es manchmal wichtiger ist, glücklich zu sein und den Moment zu schätzen und das, was man hat, als sich gleich wieder eine neue Herausforderung zu suchen und dann vielleicht nicht glücklich zu sein."

Quellen:  "Kicker" / "Transfermarkt" / Profil auf Transfermarkt / "Bild"

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