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Sonntagsspiele: Dortmund glücklos

Der vermeintliche Meisterschafts-Aspirant Borussia Dortmund musste gegen Mönchengladbach eine Niederlage einstecken. Im zweiten Sonntagsspiel besiegte Wolfsburg Aufsteiger Hannover.

Der vermeintliche Meisterschafts-Aspirant Borussia Dortmund geht ganz schweren Zeiten entgegen. Sechs Wochen nach der Pokal-Schlappe auf dem Bökelberg verloren die Dortmunder das Borussen-Duell gegen Mönchengladbach auch in der Bundesliga mit 1:2 (1:1) und sind kurz vor Abschluss der Hinrunde aus den UEFA-Cup-Rängen gerutscht (6.). Gladbach rückte auf Platz 14 vor und dürfte dank drei Zählern Vorsprung auf die Abstiegsränge auf einem Nichtabstiegsplatz überwintern.

Igor Demo brachte die "Fohlen" am Sonntag vor 34 500 Zuschauern im ausverkauften Bökelbergstadion in Führung (11. Minute), Jan Koller glich postwendend aus (12.), Sladan Asanin gelang in der heißen Schlussphase per Kopf das Siegtor (83.). Der BVB wartet nun seit fünf Spielen auf einen Sieg und weist mit erst vier Auswärtspunkten die schlechteste Hinrunden-Bilanz seit 20 Jahren auf.

"Die Enttäuschung ist riesengroß"

"Es ist ganz, ganz bitter, dass wir hier keinen Punkt mitgenommen haben. Die Enttäuschung ist riesengroß", sagte Dortmunds Stefan Reuter und forderte vor dem Heimspiel am Mittwoch gegen Kaiserslautern: "Es ist klar, dass wir mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause wollen. Wir stehen mit dem Rücken zur Wand. Es müssen drei Punkte her." BVB-Trainer Matthias Sammer nahm seine Mannschaft in Schutz und wetterte gegen Schiedsrichter Steinborn wegen dessen Entscheidung vor dem 1:2: "Es war kein Freistoß, und er muss zehn Meter weiter hinten ausgeführt werden."

Mann des Tages bei den Gladbachern war Bernd Korzynietz, der beide Tore vorbereitete. "So wie wir heute aufgetreten sind, brauchen wir vor keiner Mannschaft Angst zu haben. Es ist möglich, auch bei 1860 München drei Punkte zu holen", sagte Korzynietz nach dem Spiel, das Trainer Holger Fach zum wichtigsten des Jahres erklärt hatte.

Trotz der prekären Personallage der Dortmunder - die Borussia musste erneut ohne 13 Verletzte auskommen - bewies Sammer Mut zur Offensive und stellte in Koller, Salvatore Gambino und David Odonkor drei Stürmer auf. Probleme offenbarten sich zunächst auch nicht im Angriff, sondern in der Defensive. Gladbachs Korzynietz setzte sich auf dem rechten Flügel durch und bediente mit einer flachen Hereingabe den frei an der Strafraumgrenze lauernden Demo. Der Slowake hatte keine Mühe, zum 1:0 zu vollenden (11.).

Eine Parallele zum Pokalspiel vor sechs Wochen, als ebenfalls Demo die Gladbacher Führung erzielt hatte. Doch im Gegenzug gelang Dortmund der Ausgleich. Odonkor brachte eine Flanke in den Strafraum, die Koller zum 1:1 einköpfte (12.). Es war das achte Saisontor des langen Tschechen. Nach dem munteren Beginn verflachte die Partie. Den Dortmundern unterliefen viele Fehler im Spielaufbau, statt zu agieren, reagierten sie nur noch. So kam Gladbach zu einer Vielzahl guter Chancen. Arie van Lent (15., 19.), Joris van Hout (23.) und Ivo Ulich (31.) lieferten jedoch Parade-Beispiele für die Abschluss- Schwäche der "Fohlen" auf heimischem Platz.

Als sich beide Teams mit einem Remis abfinden wollten, reagierten die Trainer. Sammer brachte Ewerthon, Fach in Vaclav Sverkos den dritten Stürmer für die Gastgeber. Am Ende boten sich auf beiden Seiten Chancen zum Siegtor. Dortmunds Gambino scheiterte zwei Mal an Torhüter Jörg Stiel (64., 72.), auf der Gegenseite stand beim Kopfball von van Hout noch der Pfosten im Weg (72.), bevor Asanin per Kopfball das umjubelte Siegtor erzielte (83.).

Wolfsburg gewinnt

Im zweiten Sonntagsspiel lässt Martin Petrow den VfL Wolfsburg von der Teilnahme am UEFA-Cup träumen. Durch ein Tor des bulgarischen "Jokers" in der 68. Minute gewannen die "Wölfe" das Niedersachsen-Derby der Bundesliga gegen Hannover 96 mit 2:1 (1:1) und verbesserten sich auf den siebten Tabellenplatz. Vor 30 000 Zuschauern hatte Fernando Baiano (29.) mit seinem achten Saisontor die Gäste-Führung durch Daniel Stendel (14.) ausgeglichen. In der Schlussphase des mit Haken und Ösen geführten Nachbarschaftsduells musste der VfL allerdings noch einmal um die drei Punkte zittern, als Thomas Brdaric (78.) frei zum Schuss kam.

Heinz Büse

Wissenscommunity