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Sonntagsspiele: Gladbach stürzt in die Krise

Borussia Mönchengladbach hat gegen Hannover 96 eine Heimniederlage kassiert und fällt in der Tabelle weiter ab, während Hannover die Abstiegsränge verlassen hat. Bielefeld und Wolfsburg lieferten eine müde Nullnummer ab.

Mit dem zweiten Auswärtssieg in Serie hat Hannover 96 die Abstiegsränge der Fußball-Bundesliga verlassen und Borussia Mönchengladbach in große Nöte gestürzt. Die Mannschaft von Trainer Jupp Heynckes verlor am Sonntagabend mit dem 0:1 (0:0) bereits ihr drittes Heimspiel hintereinander und geht nach sechs sieglosen Partien schweren Zeiten entgegen. Matchwinner für die alles auf Konter setzenden Niedersachsen vor 39 670 Zuschauern im Borussia- Park war Hanno Balitsch, der in der 50. Minute mit einem straffen Schuss nach klugem Zuspiel von Michael Tarnat von der Strafraumgrenze traf. Arnold Jan Bruggink vergab die Riesenchance zum 2:0 für das effektivere Team von Trainer Dieter Hecking (64.). Hannover rückte nunmehr punktgleich mit Gladbach (beide 13) auf Tabellenplatz 15 vor.

Dabei hatte sich die Personalsituation bei den Gladbachern wieder etwas entspannt. Die zuletzt angeschlagenen Kasey Keller (Tor) und Ze Antonio (Abwehr) konnten spielen, zudem kehrte Innenverteidiger Bo Svensson nach Achillessehnenbeschwerden ins Team zurück. Heynckes änderte seine Mannschaft auf vier Positionen, so bot er erstmals Wesley Sonck in der Startformation als zweite Spitze neben Nationalspieler Oliver Neuville auf. Von beiden war nichts zu sehen; Neuville musste in der Halbzeit angeschlagen in der Kabine bleiben. Für ihn kam Kahe.

Ideenloses Gekicke der Gladbacher

Ebenso wie Heynckes musste auch Kollege Hecking seine Mannschaft eine Woche nach der Heimniederlage gegen Stuttgart umstellen: Für den kurzfristig ausgefallenen Jan Rosenthal rückte Silvio Schröter ins Mittelfeld; Vinicius ersetzte Frank Fahrenhorst in der Vierer-Abwehrkette. Nach fünfwöchiger Verletzungspause kehrte Kapitän Altin Lala ins Team der Niedersachsen zurück: Einen Tag nach seinem 31. Geburtstag feierte der in der 79. Minute eingewechselte Albaner sein Comeback.

Den ersten Schuss auf das 96-Tor gab Gladbachs Mittelfeldmann Michael Delura ab - in der 13. Minute. Auch von den ersten gefährlichen Kontern (24./25.) der Hannoveraner, die vor elf Tagen mit dem 1:0-Coup bei den Bayern überrascht hatten, ließen sich die Gastgeber nicht aus ihrem Tiefschlaf wecken. Bei den "Fohlen" lief gar nichts zusammen. Das ideenlose Gekicke langweilte die Fans, die Akteure fielen vor allem durch ihre ruppige Gangart auf. Der fleißige Delura (36.), der gegen seinen ehemaligen Verein besonders motiviert war, Neuville mit einem Seitfallzieher (38.) und der vom Publikum geforderte Argentinier Federico Insua brachten zumindest etwas Schwung in das schwache Spiel, das auch nach der Pause nicht besser wurde.

Wolfsburger Defensiv-Künstler

Arminia Bielefeld hat das Abwehrbollwerk des VfL Wolfsburg nicht knacken können und den erneuten Sprung auf den fünften Tabellenplatz verpasst. Gegen seinen in elf direkten Duellen erst einmal bezwungenen Angstgegner musste sich das Überraschungsteam der Bundesliga mit einem 0:0 zufrieden geben. Die Ost-Westfalen bauten ihre Vereinsrekord auf acht Spiele ohne Niederlage aus und bleiben nach dem zweiten Saisonspiel ohne eigenen Treffer vorerst in Lauerstellung hinter den Spitzenteams Sechster.

Auch die Wolfsburger können mit dem Remis gut leben. Die Defensiv-Künstler blieben in der sechsten Partie hintereinander ungeschlagen und kletterten durch ihr sechstes Remis auf den achten Platz. Vor 22 651 Zuschauern in der SchücoArena boten beide Teams ein weitgehend von taktischer Disziplin geprägtes Spiel.

Morten Ritter/DPA/tis / DPA

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