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Zweite Bundesliga Gewaltszenen bei Polizeieinsatz vor Hamburger Stadtderby – FC St. Pauli fordert Aufklärung

Hitzige Stimmung in Hamburg: Schon vor dem Hamburger Stadtderby kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei
Hitzige Stimmung in Hamburg: Schon vor dem Hamburger Stadtderby kommt es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei
© Daniel Bockwoldt / DPA
Derbytime in Hamburg: Zum ersten Mal seit Beginn der Corona-Pandemie treffen der FC St. Pauli und der HSV wieder vor vollen Rängen aufeinander. Doch schon vor dem Showdown gibt es Ärger mit der Polizei.

Für den FC St. Pauli läuft es in der 2. Liga derzeit gar nicht. Nach sieben sieglosen Spielen ist Abstiegskampf angesagt. Den Frust soll Stadtrivale und Spitzenreiter HSV im Derby am Freitag (18.30Uhr/Sky) zu spüren bekommen. Doch schon bevor das Duell auf dem Platz losgeht, kommt es zu unschönen Szenen vor dem Millerntor-Stadion.

Vor dem Stadtderby haben Polizisten offenbar Gewalt gegen Fans des FC St. Pauli angewandt. Auf einem Video bei Twitter ist zu sehen, wie Beamte Anhänger an der Südtribüne zu Boden bringen, ihren Kopf mit dem Knie fixieren und weiter auf sie einschlagen.

Zuvor sollen rund 150 schwarz gekleidete und mit rotem Schal maskierte St.-Pauli-Fans versucht haben, den HSV-Fanmarsch an der Glacischaussee zu attackieren. Sie werden der Gruppierung "Rotsport St. Pauli" zugerechnet, die laut "Hamburger Abendblatt" schon im Vorwege als problematisch eingestuft wurde. Die Polizei stoppte sie und nahm circa 20 Personen in Gewahrsam. Dabei wurde "unmittelbarer Zwang" eingesetzt, für den es einen engen rechtlichen Rahmen gibt.

Vor Hamburger Stadtderby: FC. St Pauli spricht von "mehreren Verletzten"

Der FC St. Pauli reagierte via Twitter umgehend auf die Gewaltszenen und forderte eine Aufklärung der Vorgänge. "Angesichts vorliegender Videos und Augenzeugenberichten stellt sich die dringende Frage nach der Verhältnismäßigkeit", so der Derby-Gastgeber. Zudem sprach der Verein von "mehreren Verletzten".

Auch die Polizei Hamburg ließ nicht lange auf eine Stellungnahme warten. Die Behörde twitterte: "Teile dieser Gruppe wurden dabei in Gewahrsam genommen. Ein im Internet kursierendes Video zeigt eine solche Ingewahrsamname, bei der ein Polizist Zwang in Form von körperlicher Gewalt anwendet." Die Hintergründe seien noch nicht klar. Ob die Verhältnismäßigkeit gewahrt wurde, werde geprüft, so die Polizei.

Für die Hansestadt ist es das erste Stadtduell seit zweieinhalb Jahren ohne Corona-Einschränkungen. Das Millerntor-Stadion ist mit fast 30.000 Fans ausverkauft. Der FC St. Pauli werde mehr Ordner als üblich einsetzen, sagte ein Vereinsprecher. Auch die Polizei hatte ihre Sicherheitsvorkehrungen vor dem Risikospiel verstärkt. "Wir sind auf alles vorbereitet", sagte der Sprecher. Oberstes Ziel sei es, die verfeindeten Fanszenen voneinander zu trennen.

Quellen: "Hamburger Abendblatt", "NDR", mit Twitter und DPA-Material

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