Fußball Kleines Budget, große Liebe: Union Berlin gibt denen eine Heimat, die sonst keine haben

Spieler und Fans feiern den Sieg gegen Hertha BSC
"Eisern Union!" Spieler und Fans feiern im April 2022 das 4 : 1 bei Hertha BSC, dem Erzrivalen aus West-Berlin
© Matthias Koch / Imago Images
Nirgendwo wird Fußball so leidenschaftlich gelebt wie beim Bundesliga-Spitzenreiter 1. FC Union. Die Mannschaft tanzt dem Establishment der Liga auf der Nase rum – mit einer sehr speziellen Mischung. Zu Besuch in der "Alten Försterei".

Was ist das hier, ein Fußballstadion? Oder doch eher: ein Irrenhaus? 20.000 Menschen recken ihre Schals in die Höhe, eine Wand in Rot und Weiß. Aus den Lautsprechern erhebt sich, wie aus einer Gruft, eine männliche Stimme. Sie erzählt von "scheinbar aussichtslosen Kämpfen", die lange zurückliegen, vom "Durchhaltewillen der Schlosserjungs aus Oberschöneweide", vom "Mythos", der ewig lebt. Schwere Heavy-Metal-Riffs zertrümmern die sentimentale Andächtigkeit. Es wird laut in der "Alten Försterei", so laut, dass einem die Ohren wegfliegen. Und dann, vom Band: Nina Hagen, die Ikone des Ost-Punk, mit der Vereinshymne, den entscheidenden Worten:

Wer lässt Ball und Gegner laufen? Eisern Union! Eisern Union!

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