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STATEMENT: Effenberg duldet keine Drückeberger

Was der FC Bayern nicht mehr schaffen kann, ist für Stefan Effenberg leichtes Spiel: Er ist Meister - Meister darin, sich die letzten Sympathien zu verscherzen.

Was der FC Bayern nicht mehr schaffen kann, ist für Stefan Effenberg offenbar leichtes Spiel: Er ist Meister - Meister darin, sich die letzten Sympathien zu verscherzen. Der Fußball-Millionär verhöhnte in einem »Playboy«-Interview die deutschen Arbeitslosen und setzte sich damit gehörig in die Nesseln.

»Die Stütze herabsetzen«

»Ich würde die Stütze auf ein Minimum herabsetzen, so dass jeder arbeiten muss«, tönte der gelernte Postangestellte gegenüber den Journalisten - und schämte sich hinterher noch nicht einmal für so viel Ignoranz. Im Interview mit »Bild« setzte der hart arbeitende Großverdiener sogar noch einen drauf: »Ich stehe voll zu dieser Aussage. Ich denke sogar, ich habe vielen aus dem Herzen gesprochen. Ich wollte nicht die Arbeitslosen beleidigen, die wirklich einen Job suchen. Aber ich glaube, dass die Masse so ist, wie ich das beschrieben habe.«

Drückeberger zur Deutschen Post

Es könne doch nicht stimmen, dass die Deutsche Post andauernd Mitarbeiter suche, andererseits aber Millionen von Menschen keine Arbeit finden, so Sozialexperte Effenberg im »Playboy«. Denkt man das in Fußballerlogik zuende, kann es im Prinzip nur eine Lösung geben: Alle Arbeitslosen werden Postbote, und Millionen Drückeberger sind in Lohn und Brot.

»Effenberg soll Fußball spielen«

Da rümpft selbst Edmund Stoiber die Nase: Der Vorsitzende des Verwaltungsbeirates von Effenbergs Arbeitgeber FC Bayern sagte im Fernsehsender N24: »Herr Effenberg soll Fußball spielen und die Dinge machen, von denen er was versteht. Aber nicht sich zu der Höhe der Arbeitslosigkeit und des Arbeitslosengeldes äußern, von dem er wirklich nichts versteht.« SPD-Fraktionsvorsitzender Peter Struck begeisterte sich mit den Worten: »Ich halte von den Äußerungen von Herrn Effenberg genauso viel wie von seinen Leistungen auf dem Spielfeld - nämlich gar nichts.«

Unanständiges Statement

Auch Frank Bsirske, Chef der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, wetterte gegen Effes Statements: »Unanständig! Hier verhöhnt einer seine eigenen Fans. Wo sind denn, Herr Effenberg, die Arbeitsplätze, vor denen sich die Menschen angeblich drücken?« Der Präsident des Sozialverbands VdK Deutschland, Walter Hirrlinger, sagte: »Ich halte es für eine Unverfrorenheit, dass ein Fußball-Millionario die deutschen Arbeitslosen in dieser Art und Weise beleidigt.«

Noch immer ohne Vertrag

Sollten die Fans von Real Madrid doch Recht gehabt haben, als sie Effenberg in der Champions League mit Gegenständen bewarfen? Als Trost für die düpierten Erwerbslosen bleibt, dass der Bayern-Star zurzeit zwar noch rund 4 Millionen Euro im Jahr auf sein Konto scheffeln kann, für die nächste Saison aber noch keinen neuen Vertrag bei einem größeren Verein abgeschlossen hat - man säge nicht an dem Ast, auf dem man sitzt.

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