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Neuer Job: Stefan Effenberg wird Banker - das steckt hinter dem überraschenden Engagement

Stefan Effenberg hat einen neuen Job: Der frühere Bayern-Spielmacher ist jetzt Banker - und zwar bei einer Volks- und Raiffeisenbank in Thüringen. Das Institut ist im Fußballbusiness gut vernetzt.

Stefan Effenberg

Neue Aufgabe mit 50: Stefan Effenberg steigt in das Finanzbusiness ein

DPA

Der ehemalige Fußballer Stefan Effenberg hat einen neuen Job als Angestellter bei einer Volks- und Raiffeisenbank im Südwesten Thüringens. Der 50-Jährige arbeitet dort seit Herbst im Firmenkundengeschäft, wie die VR Bank Bad Salzungen Schmalkalden mitteilte. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet, unter anderem die Website "Finanz-Szene.de" und die Zeitung "Freies Wort".

"Wir stehen mit Herrn Effenberg seit längerem in einem gedanklichen Austausch zum Thema Fußball-Finanzierung", sagte ein Sprecher der Bank "Finanz-Szene.de". "Das Ergebnis dieser Sondierungen sieht so aus, dass Stefan Effenberg in Zukunft unserem 'Firmenkunden-Kompetenzteam Fußball' angehören wird."

Keine Angaben zu den genauen Aufgaben

Über den Umfang der Tätigkeit machte der Sprecher keine Angaben. Allerdings stellte er klar, dass es sich bei dem Engagement weder um einen Marketing-Gag noch um eine reine Repräsentationstätigkeit handelt. "Herr Effenberg wird ein regulärer Mitarbeiter unserer Bank, was zum Beispiel bedeutet, dass er einen ganz normalen Vertrag erhält und ganz normal in unserem Organigramm geführt wird", sagte er weiter. 

Was steckt dahinter? Die kleine Bank ist offenbar ziemlich aktiv im Fußball-Geschäft und die Liaison zwischen dem früheren Champions-League-Sieger und der unscheinbaren Genossenschaftsbank kein Zufall. Mitte November etwa hatte der "Spiegel" berichtet, dass sich der spanische Spitzenklub Atletico Madrid bei der VR-Bank Bad Salzungen/Schmalkalden einen Kredit über zehn Millionen Euro besorgt hatte.

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Laut "Finanz-Szene.de" sollen rund 17 Prozent der Kredite, die die Bank Ende 2017 vergeben hatte, an Fußball-Klubs gegangen sein. Neben dem spanischen Spitzenklub soll sich der 1. FC Köln in der thüringischen Provinz mit frischen Geld versorgt haben. Das Verbindungsglied zwischen der Bank und dem globalen Fußball-Business ist demnach die Münchner Investmentfirma Score Capital. Aufsichtsratschef dort ist der frühere thüringische Ministerpräsident Dieter Althaus, der auch dem Aufsichtsrat der Bank Bad Salzungen/Schmalkalden angehört.

Effenberg, der nach seiner Zeit als Profi unter anderem beim SC Paderborn als Trainer arbeitete, plante seinen Karriereschritt offenbar schon seit einigen Monaten. Seit April nimmt er an einem Management-Programm der Akademie Deutscher Genossenschaften (ADG) in der rheinland-pfälzischen Stadt Montabaur teil.

Inzwischen hat sich der Ex-Profi auch selbst zu seinem überraschenden Engagement geäußter: "Ich bin froh und stolz, dass ich da mitarbeiten kann", sagte Effenberg dem Portal t-online, für das er auch Kolumnen schreibt. "Es ist megaspannend, weil es eben nicht komplett weg ist vom Sport. Im Gegenteil." Es geht laut Effenberg "um Finanzierung und Zwischenfinanzierung von Transfers oder beispielsweise einem Stadionumbau". Mit seiner Erfahrung und seinen Kontakten wolle er helfen.

tis

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