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P. Köster: Kabinenpredigt: Bundesliga wieder spannend machen? Bloß nicht mit Playoffs!

Wie wird die Bundesliga wieder spannend? Auf keinen Fall durch Finalspiele am Ende der Saison! Findet stern-Stimme Philipp Köster.

Seit 2013 ist der FC Bayern München jedes Jahr Meister geworden, feierte im Sommer den sechsten Erfolg in Folge

Seit 2013 ist der FC Bayern München jedes Jahr Meister geworden, feierte im Sommer den sechsten Erfolg in Folge

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Lust, mal herzhaft zu gähnen? Dann schauen Sie doch einfach mal auf die aktuelle Bundesliga-Tabelle. Da thront der ewige Meister FC Bayern schon wieder auf dem ersten Platz und nichts, aber auch wirklich gar nichts spricht dafür, dass sich daran bis zum Mai 2019 irgendetwas ändert. Der sportliche Wettbewerb ist in der deutschen Eliteliga eben längst zum Erliegen gekommen. Jedes Jahr aufs Neue schleppen sich die Münchner Spieler routiniert zur Meisterfeier hinauf zum Rathausbalkon am Marienplatz und die anderen sogenannten Spitzenmannschaften behelfen sich notgedrungen damit, den Einzug in die Champions League wie einen Titel zu feiern.

Um nun endlich wieder einen echten Titelkampf zu bekommen, kursieren immer mal wieder kuriose Ideen. Und beharrlich hält sich vor allem der Vorschlag, nach Eishockey-Vorbild am Ende der regulären Spielzeit noch Playoff-Spiele der ersten vier Mannschaften einzuführen. Nur dann werde "es am Ende spannend" glaubt etwa Stuttgart-Manager Michael Reschke und der notorische Experte Stefan Effenberg fabulierte sogar dahin, man könne doch die Liga in zwei Neuner-Gruppen und ab Winter in eine Meister- und eine Abstiegsgruppe einteilen. 

So oder so sind Playoffs schlicht grober Unfug. Man muss das so klar sagen, weil sie kein einziges Problem lösen und neue schaffen. 

Warum Playoffs keine Lösung sind

Denn ganz offenkundig ist ja schon, dass durch die Einführung von Playoffs die reguläre Bundesliga-Saison, die eh schon unter der mäßigen Spannung im Titelkampf leidet, endgültig zu einer sportlichen Karikatur würde. Ein Wettbewerb, der über acht Monate an seiner Tabellenspitze nur Platzierungsspiele bereithält, ist keiner. Und auch ein Sensationsieger, wie er etwa vor ein paar Jahren mit dem Leicester FC die englische Premier League begeisterte, würde unmöglich. 

Zumal sich auch der Vergleich mit dem Eishockey hinkt. Die Playoffs etwa in der DEL sind hochintensive Spiele, die ab dem Viertelfinale im "Best-of-seven"-Modus ausgetragen werden. Kein Mensch käme nach diesen langen Ausscheidungskämpfen auf die Idee, die Legitimität des jeweiligen Meisters anzuzweifeln. In der Bundesliga würde hingegen stets nur die Frage gestellt, ob sich der FC Bayern am Ende einer langen Saison einen kurzen Schwächemoment leistet oder nicht. Als Tabellenvierter Meister zu werden, nur weil die Münchner sich mehr auf die Champions League konzentriert haben, wird immer ein schales Gefühl hinterlassen.

Das grundsätzliche Problem löst sich so nicht

Nein, keine Spielplanreform wird das grundsätzliche Problem der Liga beseitigen, dass der FC Bayern ihr finanziell und personell nahezu uneinholbar enteilt ist. Wer also wieder sportliche Spannung will, könnte also radikal denken und die Bayern in eine neu zu gründende Europa- oder Weltliga verabschieden. Eine auf den ersten Blick reizvolle Lösung, schließlich könnten dann auch mal Dortmund, Mönchendgladbach oder sogar der FC Schalke mal wieder Meister werden. Auf den zweiten Blick allerdings unpratikabel, weil Klubs wie Borussia Dortmund rasch versuchen würden, dem Beispiel des Branchenprimus zu folgen. 

Was also bleibt, ist eine neue radikale und wenn nötig Diskussion darüber, wie eigentlich die Fernsehgelder, die die massive Ungleichheit begründet haben, verteilt werden, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Wenn weiterhin vor allem dem gegeben wird, der ohnehin schon hat, wird auch in den nächsten Jahren nicht mehr ansatzweise Spannung aufkommen. 

Da helfen auch keine Playoffs. 

Der Video-Schiedsrichter sitzt vor vier Monitoren auf denen Fußball läuft

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