HOME

Timo Hildebrand: Abschiedstour (noch) ohne Wehmut

Bislang ist nur klar, dass Timo Hildebrandt nach mehr als elf Jahren im Sommer den VfB Stuttgart verlässt. Wohin er gehen wird, darüber schweigt der Keeper. Er will sich bei einem europäischen Top-Club beweisen und es gibt bereits eine heiße Spur.

Über seinen Vereinswechsel schweigt Timo Hildebrand eisern, lieber lässt er zwischen den Pfosten Taten sprechen: Jede Parade eine Empfehlung. "Ich habe keinen Zeitdruck, sondern jetzt den Luxus, dass ich mich in aller Ruhe entscheiden kann, was das Beste für mich und meine Zukunft ist", sagt der zum Saisonende scheidende Torhüter des Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart. "Ich möchte mich bei einem europäischen Top-Club beweisen." Zu diesem reift langsam allerdings auch der VfB als Tabellenzweiter und Champions-League-Anwärter. Ob sich Hildebrand deshalb verzockt hat - oder noch bessere Karten in der Hinterhand hält?

Favorit ist der FC Valencia

"Natürlich habe ich Verständnis dafür, dass die Leute neugierig sind und gerne wissen wollen, wohin es mich zieht. Aber dazu gibt es von mir keinen Hinweis und keinen Kommentar", erklärt der 27-Jährige erneut. Wenn alles klar sei, werde dies der neue Verein bekannt geben. Heißester Kandidat als künftiger Arbeitgeber bleibt der spanische Erstligist FC Valencia.

Seit die Entscheidung gefallen ist, dass Hildebrand seinen zum 30. Juni 2007 auslaufenden Vertrag bei den Schwaben nicht verlängern und den Club nach über elf Jahren verlassen wird, scheint es wieder richtig rund zu laufen bei dem Blondschopf. So ist auch die Diskussion um die Nummer zwei in der Nationalmannschaft hinter Jens Lehmann wieder verstummt. "Ich bin da eigentlich auf einem guten Weg und die letzten Spiele haben sicher auch dazu beigetragen, dass man mich nicht mehr ganz so kritisch sieht wie in den letzten Tagen nach meinem letzten Länderspiel", sagt Hildebrand, der mit seinem mitunter arrogant wirkenden Habitus offenbar seine Unsicherheit zu übertünchen versucht.

Noch elf Bundesliga-Spiele

Nach dem 1:1 im EM-Qualifikationsspiel im November in Zypern, als er zum fünften Mal das DFB-Trikot trug und wenig überzeugte, stand der VfB-Keeper - zumindest in der Öffentlichkeit - auf der Kippe. Einen seiner Rivalen im Kampf um den Platz im Nationalteam haben die Stuttgarter inzwischen als seinen Nachfolger verpflichtet: Raphael Schäfer vom 1. FC Nürnberg. Doch die VfB-Fans hatten in diesem Jahr keinen Grund, dessen Namen zu rufen oder Hildebrand auszupfeifen: Bei dem Schlussmann läuft es so hervorragend, dass er bei seinem Auftritt im ZDF-"Sportstudio" sogar vier Bälle in der Torwand versenkte.

Vom VfB will sich Hildebrand am liebsten mit einem Titel verabschieden. Nach der Begegnung gegen Hertha BSC stehen noch elf Bundesliga-Spiele und - bestenfalls - drei DFB-Pokal-Partien auf seiner Abschiedstournee an. "Ich will jetzt nicht die verbleibenden Spiele abzählen, sondern stelle den Fokus nur auf die Gegenwart", sagt er. "Der Abschied-Countdown wird schon noch früh genug kommen. Und mir ist schon klar, dass es ganz am Schluss ziemlich emotional werden kann."

Ulrike John/DPA / DPA

Wissenscommunity