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Trainer-Entlassung bei den "Gauchos": Argentinien feuert Nationalcoach Batista

Nach dem überraschendem Viertelfinal-Aus Argentiniens bei der Copa América ist auch die Amtszeit von Nationaltrainer Sergio Batista beendet. Auch er fand offensichtlich keinen Weg, aus dem Starensemble eine funktionierende Mannschaft mit Charakter zu formen.

Nach dem überraschendem Viertelfinal-Aus Argentiniens bei der Copa América ist auch die Amtszeit von Nationaltrainer Sergio Batista beendet. Auch er fand offensichtlich keinen Weg, aus dem Starensemble eine funktionierende Mannschaft mit Charakter zu formen.

Die Kommission der Nationalmannschaften habe entschieden, den Vertrag aufzulösen, sagte der Sprecher des nationalen Verbandes AFA, Cherquis Bialo, in Buenos Aires. Der Trainer habe seine Zukunft selbst in die Hände des Gremiums gelegt. Ein Nachfolger steht noch nicht fest.Die Erwartungen vor dem Turnier waren groß und die Argentinier zählten zusammen mit den Brasilianern, die ebenfalls überraschend nicht über die Runde der letzten 16 hinauskamen, zu den großen Favoriten auf den Titelgewinn.

Große Namen, nichts dahinter?

Alleine von den Namen her galt Argentinien bei den Experten als sicherer Finalist der Copa 2011. Higuain, Agüero, di Maria, Cambiasso, Mascherano und natürlich der Weltfußballer Lionel Messi - alles Spieler, die in der Fußballwelt zum Non-plus-Ultra gehören und das Geschehen in Europas Top-Ligen bestimmen. In der Nationalmannschaft jedoch bleibt der große Erfolg nun schon länger aus. Nach dem großen Idol Diego Maradona, der Argentinien 2010 zum WM-Titel führen sollte und schon als der Heilsbringer des argentinischen Fußballs gefeiert wurde, scheitert nun auch Sergio Batista an der Aufgabe, eine funktionierende Einheit zu formen.

"Komm mal in die Gänge, du Idiot!"

Die Chemie zwischen den Spielern schien während der Copa nicht zu stimmen. In verschiedenen Medien wurde davon berichtet, dass Lionel Messi heftige Kritik von seinen Mitspielern einstecken musste. In der Halbzeitpause der Viertelfinal-Partie gegen Uruguay geriet der Stürmer des FC Barcelona mit seinem Mannschaftskollegen Nicolas Burdisso aneinander, der laut Sport Bild beim Stande von 0:0 deutliche Worte wählte: "Komm mal in die Gänge, du Idiot!"
Doch scheint dies genau das Problem zu sein. Das komplette Spiel der Argentinier ist auf Messi ausgerichtet. Der Weltfußballer soll es richten und die Mannschaft im Alleingang zum Sieg führen. Dass dies nicht immer funktioniert, haben die Argentinier jetzt schmerzlich erfahren müssen.

Sergio Batista hat es, genau wie Maradona zuvor, offensichtlich verpasst, ein funktionierendes Mannschaftsgefüge zu bilden, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen und nicht nur auf einen alles überragenden Spieler zu setzten. Zum Ende schien Batista fast schon ratlos und resignierend. Sein Schicksal legte er in die Hände der Kommission.

Gesamtheit neu strukturieren

Die wiederum entschied, den Vertrag des Trainers aufzulösen und muss nun versuchen, einen geeigneten Nachfolger zu finden. "Es gibt bei der Suche nach einem Nachfolger keine Frist, die Entscheidung wird zum richtigen Zeitpunkt getroffen“, hieß es auf der Pressekonferenz. Der argentinische Verbandssprecher Ernesto Cherquis Bialo stellte weiterhin klar, dass ein Freundschaftsspiel im August gegen Rumänien abgesagt wurde, da der argentinische Fußball in der Gesamtheit neu strukturiert werden müsse.

Vielleicht folgt nun der richtige Schritt und es wird ein Trainer verpflichtet, der besondere Fähigkeiten in der Mannschaftsbildung und der Stärkung von Zusammengehörigkeit besitzt. Ein Team ist die argentinische Nationalmannschaft jedenfalls schon lange nicht mehr.

sportal.de / sportal

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