HOME

Transfer: Ron Makaay wird neuer Bayern-Superstar

Der Wechsel des spanischen Stürmerstars Ron Makaay zum FC Bayern ist perfekt. Deportivo-Präsident Lendoiro wies Spekulationen zurück, wonach der Wechsel noch scheitern könnte.

Der FC Bayern München hat nach monatelangen Verhandlungen die wichtigsten Personalfragen innerhalb weniger Stunden geklärt und mit dem millionenschweren Rekordtransfer von Roy Makaay seine Ambitionen auf Europas Fußball-Thron in der Champions League untermauert.

Fehlende schriftliche Bestätigung der Spanier

Makaays erster Tag in München verlief hingegen keineswegs wie geplant. Nach einem Gesundheitscheck am Nachmittag sollte der 23fache niederländische Nationalspieler der Öffentlichkeit vorgestellt werden, doch die Bayern warteten vergeblich auf die unterschriebene Transfervereinbarung per Fax von Deportivo La Coruna.

Coruna-Präsident bestätigt Wechsel

Der spanische Fußball-Erstligist Deportivo La Coruña hat heute aber Spekulationen zurückgewiesen, wonach der Wechsel des Torjägers Roy Makaay zu Bayern München an neuen Differenzen zwischen den beiden Clubs noch scheitern könnte. "Es gibt beim Transfer Makaays kein Zurück mehr", erklärte Deportivo-Präsident Augusto César Lendoiro heute vormittag. Es gäbe allerdings noch kleine Details zu klären , was aber bei Transfer in diesen Größenordnungen ganz normal sei.

Präsentation fiel aus

"Wir können keinen Spieler präsentieren, wenn die rechtliche Grundlage noch fehlt", sagte Pressesprecher Markus Hörwick gestern auf der mißglückten Pressekonferenz. Die geplante offizielle Präsentation war auch am Mittwoch nicht gesichert. Ursprünglich sollte der Niederländer auch am Nachmittag erstmals mit seinen neuen Mannschaftskollegen trainieren. Das alles steht noch in den Sternen.

Geschätzte 18,75 Mio. Ablöse

"Wir brauchten diese Verstärkung. Wir wollen national und vor allem international bestehen", sagte Franz Beckenbauer am Dienstag zur Verpflichtung des niederländischen Stürmers. Die Dienste des 28-Jährigen sind dem FC Bayern mit geschätzten knapp 18 Millionen Euro eine neue Rekord- Ablösesumme wert.

Schnelle Einigung nach langem Pokern

So zäh der Dauer-Poker um Spaniens Torschützenkönig den ganzen Sommer verlief, so überraschend schnell kam am Montagabend dann doch die Einigung mit den Galiciern. Angeblich hatten die Bayern ihr finanzielles Angebot per Fax nochmals erhöht.

Beckenbauer bleibt Bayern-Präsident

Kurz nach Bekanntgabe des Transfers hatte Beckenbauer selbst für die zweite ersehnte Nachricht beim Rekordmeister gesorgt. Der "Kaiser" wird sich nach langem Zögern im November doch für eine weitere dreijährige Amtszeit als Präsident des Vereins zur Verfügung stellen. "Ich habe mich überreden lassen. Alle haben mich gebeten, ich soll weitermachen", sagte der Bayern-Boss. Beckenbauer hatte erwogen, wegen seiner Aufgaben als Organisationschef für die Weltmeisterschaft 2006 das Ehrenamt bei den Münchnern abzugeben.

"Finanzielles Wagnis"

Mit der Verpflichtung Makaays dringt der FC Bayern laut Beckenbauer in finanziell "andere Dimensionen, als wir bisher gewohnt waren" vor. Beide Seiten vereinbarten Stillschweigen über die Ablöse. Die Bayern dürften ihr ursprüngliches Angebot von 16 Millionen Euro nochmals deutlich erhöht haben. Im Vorjahr hatten sie mit Ze Roberto von Bayer Leverkusen für 9,5 Millionen Euro ihren teuersten Saisontransfer getätigt. "Es ist ein finanzielles Wagnis", sagte Beckenbauer.

"Ich bin froh, dass es endlich geklappt hat"

Mit Makaay sehen die Münchner ihre Chancen in der Champions League deutlich steigen. Im Vorjahr hatte der 1,88 m große Angreifer in den Vorrunden-Duellen gegen den FC Bayern vier Tore für La Coruna erzielt und somit maßgeblichen Anteil am frühen Ausscheiden des deutschen Meisters gehabt. Diese Vorstellung hatte offensichtlich Eindruck bei den Bayern-Bossen hinterlassen, so dass sie sich schon frühzeitig öffentlich auf ihren Wunschkandidaten festlegten.

Makaay selbst hatte nie Zweifel aufkommen lassen, dass er nach München kommen wolle und sich auch schon vorab mit dem FCB geeinigt. "Ich bin froh, dass es endlich geklappt hat", sagte er. In München dürfte der Niederländer den Kampf um die Stammplätze im Sturm mächtig anheizen. "Ich habe vor niemandem Angst", hatte Konkurrent Claudio Pizarro gesagt.

Schau mer mal, würde Franz Beckenbauer wohl sagen.

DPA

Wissenscommunity