TV-Vertrag perfekt DFB fährt im Pokal zweigleisig


Der Deutsche Fußball-Bund wollte vor allem eins: mehr Geld für die Klubs. Und das hat der DFB mit dem neuen Fernseh-Gesamtvertrag bis 2012 auch geschafft. Demnach bleiben die Länderspiele bei ARD und ZDF, doch im DFB-Pokal bekommen die öffentlich rechtlichen Sender harte Konkurrenz.

Der Fernseh-Gesamtvertrag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bis 2012 ist unter Dach und Fach und wird den Fußball-Fans zusätzliche attraktive Angebote bescheren. Während die Spiele der deutschen Nationalmannschaft weiter bei ARD und ZDF zu sehen sind, tritt Premiere von sofort an als Pokal-Sender Nummer 1 auf. Der Pay-TV-Sender aus München überträgt von der kommenden Saison an alle 63 Partien des DFB-Pokalwettbewerbs live und per Konferenz. Der Premiere-Einstieg soll die Einnahmen des DFB im Pokal auf geschätzte 50 Millionen Euro pro Saison steigern. Mehr gibt es in Europa momentan nur in England zu verdienen.

"Der DFB-Pokal auf Premiere ist wie gemacht für die Premiere Konferenzschaltung. Mit Premiere verpassen die Fans ab sofort garantiert keine Pokalsensation mehr", erklärte Premiere-Vorstand Carsten Schmidt. DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach schrieb auf der Website seines Verbandes: "Für die Fans vor den Bildschirmen ändert sich in den nächsten Jahren im Prinzip nichts. Alle großen DFB-Ereignisse, insbesondere die A-Länderspiele unserer Nationalmannschaft, sind im frei empfangbaren Fernsehen zu sehen."

ARD und ZDF verlieren Exklusiv-Recht für DFB-Pokal

DFB-Präsident Theo Zwanziger erklärte: "Wir fühlen uns bei ARD und ZDF gut aufgehoben, bekennen uns gerne zu der vom Gesetzgeber laut Staatsvertrag aufgetragenen Verpflichtung, dass die Länderspiele immer im frei empfangbaren Fernsehen übertragen werden." Er wies darauf hin, dass ARD und ZDF jetzt schon die Rechte an der Fußball-WM 2014 und für die Frauen-WM 2011 erworben haben. Da "lag es auf der Hand, im Rahmen des bis 30. Juni 2008 laufenden Erstverhandlungsrechts diese Vereinbarung zu schließen."

ARD und ZDF wollen für die Pokal-Übertragungsrechte ab 2009, die pro Runde ein Live-Spiel und eine Zusammenfassung enthalten, wie bisher jährlich 32 Millionen Euro zahlen. Der Bezahlsender Premiere bietet pro Saison etwa 15 Millionen Euro für die Live-Übertragung aller Pokalspiele. Die zu erwartenden Einnahmen sollen von der Liga unter den Vereinen verteilt werden.

Der DFB musste einiges aufbieten, um den Pay-TV-Sender schon in der kommenden Saison ins Boot zu holen. "Unsere Partner ARD und ZDF waren zunächst einmal sehr überrascht, um nicht zu sagen schockiert über die Aussicht, schon in der neuen Saison 2008/2009 ihr Exklusiv-Recht beim DFB-Pokal aufzugeben", bestätigte Niersbach. In dem Gesamtkomplex sei es der entscheidende Schritt gewesen, schon in der neuen Saison Pay-TV zuzulassen und damit zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Deshalb habe man auch auf eine Ausschreibung verzichtet.

Ausschreibung für Bundesliga-Rechte in diesem Monat

Das TV-Paket des DFB wird ergänzt mit den Frauen-Länderspielen, die neue 3. Liga, die künftig dreigeteilte Regionalliga, die Frauen-Bundesliga sowie den DFB-Pokal- und -Hallenpokal der Frauen. Jeder Drittligist erhält in der neuen Saison im Rahmen des alten Vertrages 625.000 Euro. Im Spieljahr darauf ist eine Erhöhung vorgesehen.

Die Fußball-Bundesliga bleibt von der Übereinkunft unberührt. Die Ausschreibung der TV-Rechte von der Saison 2009/10 an soll noch in diesem Monat beginnen. Danach sind zwei Szenarien möglich: Einmal mit einer Free-TV-Berichterstattung vor 22 Uhr wie bisher, und einmal mit einer entsprechenden Berichterstattung nach 22 Uhr. Derzeit zeigt die ARD-Sportschau samstags die Bundesliga-Zusammenfassung von 18.30 Uhr an.

DPA/AP AP DPA

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