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Uefa-Cup: HSV und Hertha BSC in der nächsten Runde

Zum ersten Mal seit 16 Jahren überwintert der Hamburger SV wieder im Europacup. Der Bundesliga-Zweite setzte sich mit 2:0 (1:0) gegen Slavia Prag durch - auch Hertha BSC hat sich in die nächste Runde gerettet.

Der HSV zog als Zweiter der Gruppe A hinter dem punktgleichen AS Monaco und vor Prag in die Runde der letzten 32 ein. Als Gegner für die K.o.-Spiele am 15. und 23. Februar wird am Freitag in Nyon einer der Champions-League-Absteiger aus dem Lostopf gefischt.

Die Tore für die Hamburger, denen bereits ein Unentschieden zum Weiterkommen gereicht hätte, erzielten Sergej Barbarez (9.) per Kopf und Emile Mpenza (57.), der zuvor die Chance auf einen höheren Sieg vergeben hatte. Der Belgier verschoss in der 31. Minute den fälligen Elfmeter nach einem an ihm begangenen Foul. Torhüter Matus Kozacik sah für die Notbremse im Strafraum die Rote Karte (27.). Der ohne die Chance zum Aufwärmen eingewechselte Ersatz-Keeper Aleksander Seliga parierte den schwachen Schuss von Mpenza.

Die Mannschaft von Trainer Thomas Doll tankte dennoch Selbstvertrauen für die zwei letzten Spiele in diesem Jahr. Am Sonntag wollen die Hamburger bei Verfolger Werder Bremen den zweiten Platz in der Bundesliga-Tabelle verteidigen, am kommenden Mittwoch wartet im DFB-Pokal-Achtelfinale Cupverteidiger Bayern München.

Barbarez und Mpenza sorgten von Anfang an für Unruhe

Die 46 353 Zuschauer in Hamburg sahen gegen den zwölfmaligen tschechischen Meister ein abwechslungsreiches Spiel, nur der arg ramponierte Rasen passte nicht recht ins Bild. Mit den Worten "Die Partie gegen Prag ist ein Endspiel" hatte Doll seine Mannschaft auf das Entscheidungsspiel eingestimmt, das die Hamburger ohne ihren besten Europacup-Torschützen absolvieren mussten. Rafael van der Vaart hatte bis zum Prag-Spiel vier der fünf HSV-Treffer im Uefa-Cup erzielt. Doch der Niederländer musste die Partie nach einer Operation an beiden Knöcheln zu Hause vor dem TV-Gerät verfolgen.

Es wurde ein ruhiger Fernsehabend, denn Barbarez und Mpenza sprangen für den treffsicheren Regisseur in die Bresche. Das Sturmduo sorgte vom Anpfiff weg für Unruhe im Slavia-Strafraum. In der 6. Minute verpasste Barbarez im Fünfmeterraum noch eine flache Eingabe von Stefan Beinlich. Drei Minuten später brachte er seine Mannschaft mit einem herrlichen Kopfball nach einer Beinlich-Flanke in Führung.

Mpenza war ebenfalls fleißig, zunächst jedoch glücklos im Abschluss. In der 8. und 15. Minute vergab er hochkarätige Chancen. Und als ihn seine Mitspieler beim Elfmeter zu seinem Glück zwingen wollten, versagten ihm die Nerven. Doch in der zweiten Halbzeit brach Mpenza doch noch den Torbann: Es war sein erster Treffer seit dem 6. August. Glücklich war auch HSV-Mittelfeldspieler David Jarolim, denn der Familienfrieden blieb trotz der Prager Niederlage gewahrt. Durch den 2:1-Erfolg des AC Monaco über ZSKA Sofia zog Slavia mit Davids Vater Karel und Bruder Lukas Jarolim ebenfalls in die K.o.-Runde.

Hertha BSC mit Kampf und Krampf weiter

Die Minimalisten von Hertha BSC haben sich mit Kampf und Krampf und dem sagenhaften Torverhältnis von 1:0 in die Runde der letzten 32 des UEFA-Cups gezittert. Mit reichlich Glück kamen die Berliner am Donnerstag im "Endspiel" der Gruppe C zu einem torlosen Unentschieden gegen Steaua Bukarest und schafften damit als Dritter hinter dem 21-fachen rumänischen Fußball-Rekordmeister und RC Lens, das Sampdoria Genua durch ein Tor in letzter Minute auf Platz vier verwies, den Einzug in die K.o.-Runde. Dort wird einer der sieben anderen Gruppenersten wie der AS Monaco, Olympique Marseille oder Rapid Bukarest der Gegner sein.

DPA / DPA

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