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US-Nationalmannschaft: Klinsi gibt den Amis einen Korb

Die Fußballnationalmannschaft der USA muss sich weiter nach einem neuen Trainer umsehen. Lange war Jürgen Klinsmann im Gespräch, doch der ließ nun bekannt geben, dass er sich von der Kandidatenliste habe streichen lassen.

Jürgen Klinsmann wird nicht Nationaltrainer der USA. Er habe entsprechende Verhandlungen mit dem Chef des amerikanischen Fußball-Verbandes (USSF), Sunil Gulati, abgeschlossen, ließ Klinsmann über seinen US-Vertrauten Warren Merserau mitteilen. "Ich habe meinen Namen von der Kandidatenliste streichen lassen", hieß es in der Erklärung Klinsmanns. Details über die Verhandlungen wurden nicht genannt. Vom US-Verband gab es zunächst keine offizielle Bestätigung für die geplatzten Verhandlungen mit Klinsmann. USSF-Chef Gulati kündigte jedoch für Freitag eine "wichtige Mitteilung über die Suche nach dem neuen Trainer" an.

Heimlicher Wunschkandidat

"Ich wünsche dem neuen Trainer der Nationalmannschaft der USA viel Glück", sagte Klinsmann dem US-Sportkanal ESPN. Der 42-Jährige hatte nach dem dritten WM-Platz mit der deutschen Mannschaft seinen Vertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) nicht verlängert und eine Auszeit bis zum Jahresende angekündigt. Erst am Dienstag war bekannt geworden, dass die Entscheidung über ein mögliches Engagement Klinsmanns kurz bevorstehe. In seiner Wahlheimat USA galt er bis zuletzt als Wunschkandidat der USSF.

Das Gehalt, wie in den vergangenen Wochen teilweise kolportiert, dürfte jedoch nicht ausschlaggebend für das Scheitern der Gespräche gewesen sein. Wie bei seinem zweijährigen Engagement für den DFB forderte Klinsmann offenbar auch in den Verhandlungen mit dem US- Verband größtmögliche Kompetenzen und Freiheit bei wichtigen Entscheidungen.

Lauter Europäer im Gespräch

Der bisherige Trainer Bruce Arena bekam nach dem WM-Vorrundenaus nach fast acht Jahren im Amt keine Vertragsverlängerung mehr. Klinsmann hatte im Oktober gegenüber US-Medien sein Interesse an einem Engagement bekundet und Vertragsgespräche bestätigt. Auch der ehemalige englische Nationalcoach Sven-Göran Eriksson, der mit Argentinien an Klinsmanns Mannschaft im WM-Viertelfinale gescheiterte Argentinier José Pekerman und Gerard Houllier, Trainer des französischen Meisters Olympique Lyon, gelten als Kandidaten.

Die USA bestreiten ihr erstes Länderspiel im Jahr 2007 am 20. Januar gegen Dänemark in Carcon unweit von Klinsmanns Wohnsitz nahe Los Angeles. Nach Klinsmanns Absage könnte es durchaus sein, dass das US-Team zu diesem Zeitpunkt noch ohne Trainer dasteht.

DPA / DPA
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