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Valérien Ismael: "Ja, ich will zu Bayern"

Valérien Ismael bekundet seinen Willen von der Weser an die Isar zu wechseln. Offiziell wird gemauert, aber der Ablöse-Poker zwischen Bayern München und dem SV Werder Bremen um den 29-jährigen Abwehrspieler ist eröffnet.

Der erklärte Wille des 29-jährigen Abwehrspielers Valérien Ismael zu einem Wechsel von der Weser an die Isar ist von Bayern-Trainer Felix Magath am Mittwoch öffentlich begrüßt worden. "Das ist eine gute Aussage, wenn ein Spieler sagt, ’ja, ich will zum FC Bayern’", sagte Magath. Eine offizielle Bestätigung für ein Angebot des deutschen Fußball-Rekordmeisters an die Bremer, bei denen Ismael noch bis zum 30. Juni 2007 unter Vertrag steht, gab es von Seiten der Bayern aber nicht. "Wir vermelden Ergebnisse, aber keine Zwischenstände", sagte Mediendirektor Markus Hörwick.

Ein Dementi hört sich anders an

Drei Tage vor dem Pokalfinale kam Magath die Diskussion über Ismael ungelegen. "Ich glaube nicht, dass es jetzt der richtige Zeitpunkt ist, über einen Spieler zu reden, der beim SV Werder Bremen unter Vertrag steht", sagte er zum Thema des Tages in München und Bremen. Ein Dementi hört sich jedoch anders an, zumal Ismael schon seit längerem auf der Liste der möglichen Nachfolger für den Kroaten Robert Kovac steht. Eine rasche Abwicklung des Millionen-Transfers erscheint aber unwahrscheinlich, da Magath trotz Handlungsbedarf der Bayern in der Innenverteidigung grundsätzlich bemerkte: "Wir haben keine Eile, jetzt etwas entscheiden zu müssen."

Im Gegensatz zu den Vereinen hat sich Ismael klar festgelegt. "Ja, ich will zu Bayern", sagte der vor zwei Jahren für 600.000 Euro von Racing Straßburg gekommene Abwehrchef des SV Werder am Mittwoch in verschiedenen deutschen Medien. "Das ist ein großer Club auf einer Stufe mit Real Madrid oder Juventus Turin. Ich wäre verrückt, wenn ich das nicht machen würde", begründete er in der Münchner "Abendzeitung" seinen Wechselwillen. Seinen aktuellen Arbeitgeber forderte er trotz des gültigen Vertrags zur Freigabe und zum raschen Verhandeln mit den Bayern auf: "Beide Vereine müssen sehen, dass sie sich auf eine Ablöse verständigen."

Hohe Schmerzgrenze

Auf mindestens zehn Millionen Euro wird die "Schmerzgrenze" des SV Werder für den Verlust des Führungsspielers taxiert. "Der ist schweineteuer", sagte Werders Vorstands-Chef Jürgen L. Born. Laut Manager Klaus Allofs haben sich die Bayern noch nicht gemeldet. Nach Außen demonstrierte er zudem spontan Härte gegenüber Ismael: "Den Wunsch kann er ja haben, es gibt aber Verträge", erklärte Allofs.

In München würde sich Ismael vermutlich rasch wohlfühlen. Und das nicht nur, weil sein auf nur 700.000 Euro geschätztes Jahresgehalt in Bremen von den Bayern locker verdreifacht werden könnte. Mit Willy Sagnol und Bixente Lizarazu könnte er zudem eine fast französische Abwehrreihe bilden. "Hier kann er sich ganz schnell einfügen", sagte Sagnol am Mittwoch in München nach dem Training. "Er ist ein guter Mann für uns. Er hat großen Kampfgeist und eine Erfolgs-Mentalität."

Ismael für Kovac

Zudem könnte Ismael beim FC Bayern sein Ziel, in die französische Nationalmannschaft zu kommen, eher realisieren, glaubt Auswahlspieler Sagnol: "Wir sind im Nationalteam hinten nicht souverän. Wenn er hier Stammspieler ist, kommt er auch in die Nationalmannschaft."

Auch Robert Kovac, der in ein paar Tagen im Pokalfinale sein letztes Spiel für die Bayern bestreitet und dann "ins Ausland" wechseln wird, hält Ismael für einen hervorragenden Nachfolger auf seiner Position. "Er ist ein sehr guter Verteidiger. Er hat Bremen im vergangenen Jahr zur Meisterschaft verholfen und Stabilität in die Abwehr gebracht. Er wäre auch für Bayern München eine Verstärkung", sagte Kovac.

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