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VfB Stuttgart: Die Schwaben kaufen ein

Schluss mit der schwäbischen Sparsamkeit: Der VfB Stuttgart hat mit sofortiger Wirkung den Schweizer Stürmer Marco Streller und den Leverkusener Abwehrroutinier Boris Zivkovic verpflichtet und will jetzt "ganz oben" angreifen.

Der VfB Stuttgart hat sich endgültig von der schwäbischen Sparsamkeit verabschiedet und vor der Bundesliga-Rückrunde kräftig eingekauft. "Das ist das Zeichen für die Zuschauer und Sponsoren, dass wir angreifen wollen", kommentierte Teammanager Felix Magath im Trainingslager in Albufeira die Verpflichtungen des Schweizer Stürmers Marco Streller und des kroatischen Abwehrroutiniers Boris Zivkovic. Während die Konkurrenz bislang kaum einen Transfer tätigte, will Magath den Champions- League-Teilnehmer "ganz oben" etablieren. Auch wenn das offizielle Saisonziel nach wie vor UEFA-Cup-Platz heißt.

Magath hat sich durchgestzt

"Der VfB war selten so stark wie im Moment", freute sich der VfB- Coach, der sich mit seiner Forderung nach Verstärkungen intern durchgesetzt hat und nun seinen etablierten Kräften mächtig Dampf macht. Der frühere Leverkusener Zivkovic, Kapitän der kroatischer Nationalmannschaft, will sich am liebsten als Innenverteidiger für die EM in Portugal empfehlen. Dort bilden jedoch Marcelo Bordon und Fernando Meira bereits ein hochkarätiges Paar. Und auf den Außenpositionen haben die jungen Wirbelwinde Andreas Hinkel und Philipp Lahm eine Klasse-Hinrunde hingelegt.

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Alle müssen wieder "um ihre Plätze kämpfen"

Im Angriff können sich Nationalspieler Kevin Kuranyi und sein ungarischer Partner Imre Szabics nicht ausruhen. "Auch die müssen jetzt wieder neu um ihre Plätze kämpfen", kündigte Magath an. Die Gefahr der Selbstzufriedenheit bei den "jungen Wilden" ist somit deutlich gesunken. Während der für drei Millionen Euro vom FC Basel gekommene Streller, der als größtes Schweizer Talent gilt, einen Vertrag bis 2006 erhielt, muss der VfB bei Zivkovic noch ein paar Kleinigkeiten klären. Der 28-Jährige soll einen Vertrag bis 2006 oder 2007 erhalten. Zivkovics Kontrakt mit dem Premier-League-Club FC Portsmouth wird nach nur einem halben Jahr aufgelöst.

Jay-Jay Okocha weiter ein Thema

"Es hat in England nicht so geklappt, wie ich es mir erhofft hatte", sagte der frühere Bayer-Profi. Zudem wollte seine schwangere Ehefrau Ivola nach Deutschland zurück. Die beiden Neuen trafen am Mittwochabend im Mannschaftshotel an der Algarve ein. Präsident Erwin Staudt, dessen Ankunft für Donnerstag geplant ist, soll die letzten Modalitäten regeln. Obwohl für Magath die Personalplanungen damit "an und für sich abgeschlossen sind", bleibt der Nigerianer und frühere Frankfurter Jay-Jay Okocha von den Bolton Wanderers weiter ein Thema. "In diesem Bereich könnte die Mannschaft noch etwas vertragen", drohte Magath seinen kreativen Kräften Horst Heldt und Alexander Hleb mögliche Konkurrenz an.

"Ein Riesenpotenzial"

"Wir haben im Moment ein Riesenpotenzial», freute sich Streller, für den die Bundesliga "schon immer ein Traum war". Angesichts der glänzenden Perspektiven wird wohl auch Kapitän Zvonimir Soldo seine Karriereplanung ändern und nach dieser Saison noch ein Jahr dranhängen. Hingegen ist das Kapitel VfB Stuttgart für Ioannis Amanatidis beendet: Der griechische Angreifer, der von mehreren Erstligisten umworben wird, reiste am Donnerstag in Albufeira ab.

Johnny Nina, DPA / DPA

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