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VfB Stuttgart: Kuranyi bleibt Schwabe

Die Chancen des VfB, seine "Himmelsstürmer" zusammenzuhalten, sind rapide gestiegen: Nach langem Hin und Her hat Jungstar Kevin Kuranyi seinen Vertrag bei den Schwaben verlängert und angeblich auf viel Geld verzichtet.

Der VfB Stuttgart hat im Pokerspiel um Kevin Kuranyi die besseren Nerven bewiesen und nun alle Chancen, das Erfolgsteam der "Jungen Wilden" zusammenzuhalten. Der Nationalstürmer verlängerte am Donnerstag seinen Vertrag beim Fußball-Bundesligisten vorzeitig bis zum 30. Juni 2008. "Ich habe mich für den VfB entschieden, weil ich hier meine Zukunft sehe. Ich weiß, dass der Trainer und meine Mitspieler hinter mir stehen und mir helfen", sagte der 21-Jährige und setzte bei einer Pressekonferenz seine Unterschrift unter den Vertrag. Damit hat das monatelange Hin- und Her um die Zukunft der beiden Jungstars des Tabellenführers ein Ende: Bereits vor knapp drei Wochen hatte Andreas Hinkel seinen Vertrag bis 2007 verlängert.

VfB "bis an die Schmerzgrenze gegangen"

VfB-Präsident Erwin Staudt erklärte, ein Drittel des künftigen Gehaltes von Kuranyi sei leistungsbezogen. "Wir sind mit unserem Angebot bis an die Schmerzgrenze gegangen", sagte Staudt, verweigerte aber weitere Angaben zum Vertragsinhalt. Schätzungen zufolge soll der Kontrakt schrittweise Gehaltssteigerungen auf jährlich bis zu 2,5 Millionen Euro enthalten.

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Freude und Hoffnung im Verein

Auch zu einer möglichen Ausstiegsklausel sagte Staudt nichts. Kuranyi antwortete auf die Frage, ob er auf viel Geld verzichtet habe: "Ja, das kann man so sagen." Teammanager Felix Magath freute sich, "dass die Entscheidung endlich gefallen ist. Aus meiner Sicht war gar keine andere Entscheidung möglich, da es in Deutschland außer dem FC Bayern keinen anderen Verein gibt, der sportlich hätte mehr bieten können".

Mehrere Bundesligisten wie Schalke 04, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und Hertha BSC Berlin sowie der AC Mailand waren von Kuranyi-Berater Karlheinz Förster als Interessenten ins Spiel gebracht worden. Doch Staudt stellte klar, dass es nur von Schalke und Dortmund offizielle Anfragen gegeben habe. "Vom FC Bayern hat keiner angerufen", erklärte zudem Kuranyi. Der gebürtige Brasilianer hatte in den vergangenen Wochen zunehmenden Druck gespürt und immer weniger das Tor getroffen. "Ich habe über alles viel nachgedacht und freue mich, dass es vorbei ist", sagte der derzeit begehrteste deutsche Stürmer in die Objektive vieler Kamerateams und Fotografen.

Signalwirkung für weitere Vertragsverlängerungen

"Wir haben jetzt Planungssicherheit im Verein, das ist ganz wichtig", meinte Staudt, der weitere Vertragsverlängerungen "zügig angehen" will. Allzu kniffelig dürften die Gespräche allerdings nicht werden, da von Hinkels und Kuranyis Verbleiben Signalwirkung ausgeht. So will der 36 Jahre alte Mannschaftskapitän Zvonimir Soldo an seine Karriere ein weiteres Jahr beim VfB dranhängen. Auch Abwehrchef Marcelo Bordon hatte seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt, den bis 2005 laufenden Vertrag ebenfalls zu verlängern, falls die Leistungsträger zusammen blieben.

Auch Hildebrand will bleiben

Timo Hildebrands Kontrakt läuft ebenfalls noch anderthalb Jahre, doch der mit nur drei Gegentoren erfolgreichste Bundesliga-Torwart wird wohl ebenfalls bleiben. "Es gibt keinen Grund zu wechseln", sagte der 24-Jährige dem Fachmagazin "Kicker". Präsident Staudt will den derzeitigen sportlichen Erfolg nutzen, um neben der Schulden-Reduzierung die Leistungsträger samt Teammanager zu halten: "Wir wollen hier mit mit aller Kraft etwas entstehen lassen."

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