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Siegesserie bewegt die Bundesliga Wie der Tod von Malanda den VfL Wolfsburg antreibt


Der VfL Wolfsburg eilt von Sieg zu Sieg, spielt fantastischen Fußball. Dabei erlebte der Verein im Winter den schwersten Moment seiner Geschichte. Der Tod von Junior Malanda treibt das Team an.

Die schwerste Stunde der Vereinsgeschichte liegt gerade einmal sieben Wochen zurück, doch beim VfL Wolfsburg wird seitdem eigentlich nur gejubelt. Das mag zunächst paradox klingen, doch in Wahrheit ist es eine bewegende Geschichte. Der VfL siegt und siegt - und das besonders für den beim Autounfall verstorbenen Ex-Kollegen Junior Malanda.

Trainer Dieter Hecking stand nach dem aufwühlenden Spiel gegen Werder Bremen vor den Sky-Kameras und dachte an Malanda: "Wir hatten im Januar schwierige Momente. Die Mannschaft hat die Tragik mit Junior Malanda aufgenommen. Er ist immer präsent bei uns, wir haben ihn immer dabei. Wir haben diese traurigen Tage zusammen erlebt, es kann schon sein, dass uns diese Zeit emotional noch mehr zusammengeschweißt hat", erklärte er und fügte hinzu: "Jeder hat gespürt, dass man auch in traurigen Momenten eine Aufbruchstimmung erzeugen kann. Das hat der VfL Wolfsburg hervorragend hinbekommen."

"Hilfe, wird Wolfsburg jetzt cool?"

Aufbruchstimmung, das herrscht derzeit tatsächlich in Wolfsburg. Die Mannschaft ist das Team der Stunde, der 5:3-Sieg gegen Werder Bremen war der elfte Sieg in Serie, Wolfsburg ist das beste Team der Rückrunde und weiterhin erster Bayern-Jäger.

Gegen Werder lieferten Dost und Co. ein atemberaubendes Offensiv-Spektakel. "Die Zeit" fragte in ihrem Stück zum Bundesliga-Spieltag sogar etwas ängstlich: "Hilfe, wird Wolfsburg jetzt cool?". Manager Klaus Allofs freut solch eine Presse natürlich. Er weiß, dass sein VfL an Attraktivität gewinnt, wenn die Mannschaft begeisternde Fußball-Abende liefert. "Ich bin sehr glücklich. Werder ist zufrieden, wir sind zufrieden, alle sind zufrieden", sagte Allofs nach dem Schlusspfiff.

"Gut mit der Situation umgegangen"

Hecking gab sich nicht ganz so euphorisch, er wollte die Siegesserie gleich wieder einordnen: "Wir haben von Anfang an gesagt: Wir werden auch wieder verlieren", sagte der Wölfe-Coach, doch die Entwicklung - vor allem nach dem Tod von Malanda - begeistert ihn: "Es ist schön, wie wir als Mannschaft und auch der Verein mit der Situation umgegangen sind. Das war nicht selbstverständlich."

Zum Rückrundenbeginn, vor dem furiosen 4:1 gegen Bayern, hatte Hecking sich für Malanda noch einen Sieg gewünscht, um einen "Schlusspunkt" hinter die Geschichte zu setzen. "Ein Sieg gegen Bayern würde ihm am gerechtesten werden", sagte Hecking damals. Heckings neue Aussagen zeigen: Ein einziger Sieg ist dem VfL-Team viel zu wenig. Vielleicht sollten sich die Wölfe neue Ziele setzen: Eine ungeschlagene Rückrunde würde Malanda noch gerechter werden.

Felix Haas

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