Wettbetrug Schiebung in der zweiten Liga


Dem deutschen Fußball droht möglicherweise ein Wettskandal. Vor dem Zweitligaspiel zwischen dem FC Erzgebirge Aue und Rot-Weiß Oberhausen (2:0) waren ungewöhnlich hohe Geldbeträge auf eine RWO-Niederlage gesetzt worden. Nun gibt es Gerüchte um ein absichtliches Elfmeter-Foul.

Auf Antrag der Deutschen Fußball-Liga (DFL) soll der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Gerüchten über einen angeblichen Wettbetrug in der 2. Bundesliga nachgehen. «Wir sind an den Kontrollausschuss herangetreten. Der Ausschuss muss nun entscheiden, ob ein Anfangsverdacht vorliegt und gegebenenfalls ermitteln», sagte am Mittwoch ein Sprecher der DFL. Der Kontrollausschuss hat noch keine Ermittlungen aufgenommen. «Wir müssen abwarten, denn es liegen noch keine Fakten vor», teilte ein DFB-Sprecher mit.

Vor dem Zweitligaspiel zwischen dem FC Erzgebirge Aue und Rot-Weiß Oberhausen (2:0) am vergangenen Sonntag waren bei internationalen Wettbüros ungewöhnlich hohe Geldbeträge auf eine RWO-Niederlage gesetzt worden. Deutsche und österreichische Buchmacher hatten die die Begegnung darauf hin kurzfristig aus der Wette genommen.

Rot-Weiß Oberhausen wies die Spekulationen zurück. «So etwas zu behaupten, ist eine Frechheit. Das ist eine total aufgebauschte Geschichte. Um ein Ergebnis exakt voraussagen zu können, müssten alle Spieler beider Mannschaften und auch der Schiedsrichter Bescheid wissen. Das halte ich für total abwegig», sagte Oberhausens Vorstandsmitglied und Manager Manfred Rummel am Mittwoch. Für die RWO-Profis legt er seine Hand ins Feuer. «Ich habe vollstes Vertrauen zu den Spielern.»

Rummel war selbst mit im Trainingslager und beim Spiel in Aue dabei. Unterstellungen, die Elf habe die Gegentreffer absichtlich verschuldet, kann er nicht nachvollziehen. Eine Absicht von Abwehrspieler Anthony Tiéku, der die Niederlage des Revierclubs mit einem Eigentor (8.) eingeleitet hatte, und Andre Izepon, der in der 57. Minute einen Elfmeter durch Zerren am Trikot eines Auer Spielers verursachte, habe er nicht erkennen können. «Tiéku hat sich in der Halbzeit selbst fürchterlich über seinen Fauxpas geärgert», betonte der Manager. Zudem kämpfe der Ghanaer im Augenblick darum, einen deutschen Pass zu erhalten. «Da wäre solch eine Geschichte doch kompletter Blödsinn.»

Ungeachtet dessen führten die RWO-Verantwortlichen am Mittwoch intensive Gespräche mit den Spielern. Auf der Geschäftsstelle ging es zu wie im Taubenschlag. «Meine Jungs sind stinksauer über die Gerüchte», berichtete Trainer Eugen Hach nach dem Training. Auch er kann sich einen Betrug oder illegale Absprachen nicht vorstellen: «Wer Profi ist, macht so etwas nicht.» Um 16.00 Uhr wollte Oberhausen auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz zu den Vorfällen Stellung nehmen.

DPA


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker