Wettskandal Hoyzer wieder frei


Skandalschiedsrichter Robert Hoyzer erhält Haftverschonung. Die zuständige Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Tiergarten hat Hoyzer auf Antrag der Staatsanwaltschaft vom weiteren Vollzug der Untersuchungshaft verschont.

Zwei Wochen nach seiner Verhaftung ist Ex-Schiedsrichter Robert Hoyzer wieder auf freiem Fuß. Er wurde am Freitagvormittag aus der Berliner Haftanstalt Moabit entlassen, wie der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Michael Grunwald, mitteilte. Zuvor hatte die zuständige Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Tiergarten einem Antrag der Staatsanwaltschaft auf Haftverschonung entsprochen. Der 25 Jahre alte Hoyzer gilt als eine der Schlüsselfiguren im Fußball-Wettskandal und hat die Manipulation mehrerer Fußballspiele gestanden.

Grunwald erklärte, Hoyzer habe inzwischen seine bisherigen Äußerungen um weitere ausführliche und nachvollziehbare Angaben zu sämtlichen vom ihm gepfiffenen Spielen ergänzt. Zuletzt habe er am Freitagmorgen ausgesagt. Unter dem Aspekt der Verhältnismäßigkeit sei es deswegen vertretbar, "der Fluchtgefahr durch mildere Maßnahmen als dem Freiheitsentzug entgegen zu wirken".

Drei Mal wöchentlich bei der Polizei

Hoyzer muss sich demnach drei Mal wöchentlich bei der Polizei melden, sein Reisepass wurde einbehalten und weitere nicht näher genannte beschränkende Auflagen erteilt. Der Haftbefehl, in dem ihm acht Taten des mittäterschaftlichen Betruges angelastet werden, bleibt jedoch bestehen, wie Grunwald weiter sagte. Keine Angaben wollte Grunwald dazu machen, ob Hoyzer Polizeischutz erhalte. Auch zu den laufenden Ermittlungen wollte sich Grunwald nicht äußern.

Hoyzers Anwalt Thomas Hermes holte seinen Mandanten am Freitagmittag gegen 12.30 Uhr von der Pforte des Untersuchungsgefängnisses Berlin-Moabit ab und brachte ihn an einen geheimen Ort. "Die Tage in der U-Haft haben ihm sehr zugesetzt, er wird sich jetzt erstmal komplett zurückziehen", sagte Hermes. Hoyzer hatte demnach in Moabit unter der höchsten Sicherheitsstufe eingesessen. Neben einem einstündigen Hofgang war er 23 Stunden am Tag in seiner Zelle eingeschlossen. "Er freut sich nun auf eine relative Normalität", sagte Hermes.

In nächster Zeit soll Hoyzer keine Interviews mehr geben, wie Hermes weiter sagte. "Herr Hoyzer schweigt, und das ist auch so mit den Ermittlungsbehörden abgestimmt", sagte der Anwalt.

AP


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