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WM 2006: "Socceroos" lösen WM-Ticket

Auch die Jungs von "down under" sind im nächsten Jahr in Deutschland dabei. In einem dramatischen Entscheidungsspiel setzten sich die Australier gegen Uruguay durch. Ein "Deutscher" avancierte dabei zum Matchwinner.

Der "Deutsche" im australischen Fußball-Tor war der Held am anderen Ende der Welt. Mit zwei gehaltenen Schüssen rettete Mark Schwarzer den Australiern beim 4:2 im Elfmeterkrimi über Uruguay das Ticket zur Weltmeisterschaft nach Deutschland und versetzte den gesamten fünften Kontinent in helle Begeisterung. "Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen", jubelte am Mittwoch der 33 Jahre alte Torhüter, der mit seinen Glanzparaden im Nervenspiel vom ominösen Punkt den "Aussies" die zweite WM-Teilnahme nach 1974 bescherte - und erneut führt der Weg den Außenseiter zur WM in Schwarzers Vaterland.

"Spiele auf deutschem Boden haben immer einen hohen emotionalen Wert für mich. Immerhin wohnt ein Großteil meiner Familie in Deutschland", berichtete der derzeit beim FC Middlesbrough in der englischen Premier League unter Vertrag stehende Keeper über das Land, aus dem seine Eltern 1967 auswanderten. Und zu dem er noch heute Beziehungen pflegt: So lebt seine Schwester in Stuttgart. "Ich könnte 50 Tickets fürs Eröffnungsspiel ordern, wenn ich alle Freunde und Verwandten einladen würde", meinte Schwarzer kürzlich im Scherz, als er auf die mögliche Erfüllung des WM-Traumes angesprochen wurde.

WM-Traum ist wahr geworden

Nun ist er wahr geworden. Und wenn er sich auch auf die WM freut, die beste Erinnerung an die zweite Heimat hat er nicht: Denn im Grunde erlebte er dort seine schwärzeste Zeit als Profi. Auf ganze sechs Spiele brachte es der 1,96 Meter große Torwart in zwei Jahren Bundesliga bei Dynamo Dresden und dem 1. FC Kaiserslautern (1994 bis 1996). Beim FCK degradierte ihn der damalige Coach Otto Rehhagel gar zur Nummer 3, ehe er für läppische 155.000 Pfund Ablöse zu Bradford City in Englands 2. Liga abgeschoben wurde. "Meine Erfahrungen waren zwar frustrierend, aber ich habe viel daraus gelernt. Vor allem, was es bedeutet, ganz unten zu sein, war eine wichtige Erfahrung", sagt er.

Doch das ist spätestens vergessen, seit er im Elfmeterschießen vor fast 83.000 Fans im ausverkauften Olympiastadion von Sydney cool bis in die Haarspitzen blieb - und stets zur rechten Zeit zur Stelle war. Gleich den ersten Versuch das Schalkers Dario Rodriguez, der ihn beim 0:1 im Hinspiel noch überwunden hatte, parierte er großartig. Und als ausgerechnet Kapitän Marc Viduka beim vierten australischen Schuss patzte, sprang Schwarzer gleich danach gegen Marcelo Zalayeta in die richtige Ecke. Die Fans tobten. Als John Aloisi dann traf, war der Weg zur WM geebnet - und der "Deutsche" der Größte in Down under.

DPA / DPA

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